Stufenweise Anhebung Bundesrat stimmt Rente mit 67 zu

Nach dem Bundestag hat jetzt auch der Bundesrat für die Rente mit 67 gestimmt. Ab dem Jahr 2012 wird das Renteneintrittsalter schrittweise erhöht.


Berlin - Der Bundestag hatte die Erhöhung bereits am 9. März zusammen mit einem Gesetz zur Verbesserung der Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer Beschlossen. Gewerkschaften und Sozialverbände lehnen die Anhebung des Renteneintrittsalters ab.

Rentner erholen sich auf einer Parkbank: Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise
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Rentner erholen sich auf einer Parkbank: Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise

Das Renteneintrittsalter wird von 2012 an bis 2029 in einzelnen Schritten über die derzeit gültige Grenze von 65 Jahren hinaus erhöht. Die Rente mit 67 gilt dann für alle, die 1964 oder später geboren wurden.

Ebenfalls beschlossen wurde die Initiative 50 plus, die die Beschäftigungschancen Älterer über Kombilöhne und Eingliederungszuschüsse verbessern und das reale Renteneintrittsalter erhöhen soll.

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) sagte, er wolle das ursprünglich ins Auge gefasste Beschäftigungsziel ehrgeiziger fassen: Bis 2010 solle die Beschäftigungsquote Älterer bis auf 55 Prozent erhöht werden. Bislang waren dafür 50 Prozent im Gespräch. "Ältere sind kein altes Eisen, die können was", sagte Müntefering in der Länderkammer.

Müntefering verteidigte in der Debatte die Anhebung des Renteneintrittsalters als "sinnvoll und auch generationengerecht". Er verwies darauf, dass die Menschen immer länger Rente beziehen und später in den Beruf einsteigen. Während 1960 noch acht Beschäftigte auf einen Rentner gekommen seien, stünden derzeit 3,2 Beschäftigte einem Rentner gegenüber. 2030 kämen 1,9 Beschäftigte auf einen Rentner. "Man kann das ignorieren - vernünftig wäre das nicht", fügte Müntefering hinzu.

Der Bundesrat stimmte heute auch der Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf die rund 850.000 Gebäudereiniger in Deutschland zu - damit ist diese Berufsgruppe künftig besser vor Lohndumping geschützt. Der Bundestag hatte die Ausweitung bereits vor drei Wochen beschlossen.

Mit dem bislang auf den Bau beschränkten Gesetz können Tariflöhne per Rechtsverordnung für allgemein verbindlich in dieser Branche erklärt werden. Im Gebäudereiniger-Handwerk gilt ein tariflicher Mindestlohn von 7,87 Euro pro Stunde im Westen und 6,36 Euro im Osten. Auf die Einbeziehung der Branche in das Gesetz hatten sich Union und SPD bereits im Koalitionsvertrag verständigt.

Alles zur Rente ab 67
So steigt das Rentenalter

Wann Sie mit Ihrer vollen Rente rechnen können

Jahrgang Alter*
1946 65
1947 65+1
1948 65+2
1949 65+3
1950 65+4
1951 65+5
1952 65+6
1953 65+7
1954 65+8
1955 65+9
1956 65+10
1957 65+11
1958 66+0
1959 66+2
1960 66+4
1961 66+6
1962 66+8
1963 66+10
ab 1964 67+0

* in Jahren + Monaten

Ab 2012 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre. Die Umstellung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 1947. Menschen, die in diesem Jahr geboren wurden, müssen einen Monat länger arbeiten, wenn sie ihre Rente vollständig erhalten wollen. Bis 2023 kommt dann für die einzelnen Jahrgänge jeweils ein Monat Mehrarbeitszeit hinzu. Ab 2024 geht es weiter mit Zweimonatsschritten. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 gilt so schließlich das neue Rentenalter 67.
Das sind die Ausnahmen
Wer schon 45 Jahre Rentenbeiträge bezahlt hat, kann auch künftig mit 65 in Rente gehen, ohne Abzüge akzeptieren zu müssen. Dabei zählt auch die Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Nachwuchses bei den Beitragszeiten mit. Allerdings schaffen es nur wenige Arbeitnehmer tatsächlich auf 45 Beitragsjahre - bei den Männern waren es zuletzt 28 Prozent, bei Frauen sogar nur vier Prozent.
So viele Abschläge zahlen Sie
Wer 35 Jahre Beiträge gezahlt hat, soll auch künftig mit 63 in Rente gehen können, muss aber Abschläge dafür in Kauf nehmen: 0,3 Prozent für jeden Monat, den man vor der Regelzeit aufhört.
Das ändert sich bei der Witwenrente
Hinterbliebene Ehepartner bekommen künftig statt ab 45 erst ab 47 die große Witwenrente (55 Prozent der normalen Versichertenrente). Bis dahin muss man sich mit der kleinen Witwenrente von 25 Prozent zufriedengeben.
So ändert sich Ihr Versicherungsbeitrag
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll durch die Reform bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen. Das ist eine schwierige Aufgabe: Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird der Altersdurchschnitt der Bevölkerung im Jahr 2050 von 42 auf 50 Jahre steigen.
Das ändert sich für Schwerbehinderte
Für Schwerbehinderte wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 63 auf 65 Jahre angehoben. Mit finanziellen Abschlägen ist aber auch der Renteneintritt mit 62 möglich.
Das ändert sich bei den Erwerbsminderungsrenten
Wer aus gesundheitlichen Gründen nur eingeschränkt arbeiten kann, muss sich auf maximal 10,8 Prozent Abschlag einstellen. Er kann als Erwerbsgeminderter zudem mit 63 Jahren ohne Einbußen in Rente gehen. Diese Regelung gilt bis 2023, danach sind 40 Beitragsjahre erforderlich.

hen/dpa/ddp/AP



insgesamt 4434 Beiträge
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Seite 1
M@ESW, 09.03.2007
1.
Sollten einfach ehrlich sein und sagen: Bis 2015 noch Rente mit 65 und ab 2016 gar keine Rente mehr.
af1755, 09.03.2007
2.
---Zitat von sysop--- Zur Sanierung der Beitragslage hat der Bundestag die Rente mit 67 beschlossen. Eine richtige Entscheidung? Oder nur eine kurze Atempause vor weiteren Einschnitten? ---Zitatende--- Schlichter Unfug, denn bereits bisher arbeitete nur ein Teil bis zum Erreichen der Altersgrnze von 65. Wo sollen denn die Arbeitsplätze für die Alten herkommen? Rente mit 67 bedeutet in der Praxis eine Rentenkürzung !!
Atemlos, 09.03.2007
3. Unfug und ungerecht
Die, die es betrifft haben nicht abgestimmt - die, die abgestimmt haben, betrifft es i.d.R. nicht. Dies ist eine Rentenkürzung - eine Pensionskürzung für die, die entschieden haben ist nicht in Sicht... Ergo: alles wie immer... und: die, die es betrifft sind brav still
C.Jung 09.03.2007
4. Kind beim Namen nennen:
a.) *Rentenkürzung*, die 27te b.) *Schweinerei*, bei zugleich Rentenanspruch der Beschließer solcher Segnungen bereits 12 Jahre früher.
schneewolf, 09.03.2007
5. Rente erst mit 67
gilt das auch für Beamte, Abgeordnete und sonstige Politiker? Frau Pauli erhält ja wohl mit 50 schon jeden Monat ca. € 4.000. Verträgt sich das? Wasser predigen und Wein saufen, ist von unseren Politikern perfektioniert. Auch für diese Bande gilt der auf Ackermann und Co. gemünzte Spruch des OLG Düsseldorf: Ihr seid nicht die Gutsbesitzer, Ihr seid die Gutsverwalter!!!
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