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Stuttgart 21: Bahn lässt in nächtlicher Aktion Bäume fällen

Die Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten.

Gegner der Baumfällungen am Wagenburgtunnel: Nächtliche Aktion Zur Großansicht
DPA

Gegner der Baumfällungen am Wagenburgtunnel: Nächtliche Aktion

Stuttgart - Die Bahn hat wegen des Baus von Stuttgart 21 weitere Bäume fällen lassen. Einige Demonstranten versuchten, die Arbeiten zu behindern. Laut Polizei gab es aber keine größeren Zwischenfälle.

Die Arbeiten fanden in der Nacht zum Sonntag statt. Bis zum frühen Morgen habe die zuständige Firma gut 30 Bäume gehäckselt, sagte ein Polizeisprecher. Danach seien Arbeiter und Polizei wieder abgerückt.

Etwa 250 Gegner von Stuttgart 21 hatten am Samstagabend gegen die Aktion protestiert. Einige gelangten hinter die Absperrung der Polizei. Weil es aber regnete und kalt war, verließen viele Demonstranten das Gelände freiwillig wieder.

Zwei Projektgegner besetzten nach Polizeiangaben Baumfällmaschinen. Einer von ihnen kletterte freiwillig herunter, den anderen Mann mussten Spezialkräfte der Polizei von einer fahrbaren Baumschere holen. Die beiden Aktivisten wurden vorläufig festgenommen. Insgesamt werde gegen 28 Menschen Anzeige erstattet, sagte der Polizeisprecher.

Die Baumfällaktion fand am Wagenburgtunnel statt, nahe des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Das Gelände wird nach Angaben der Bahn gebraucht, um eine Baustelle für den neuen Fildertunnel einzurichten. Die 9,5 Kilometer lange Strecke soll den geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof unter anderem mit dem neuen Bahnhof Flughafen/Messe verbinden.

Den größten Widerstand gegen Baumfällungen gibt es im Schlossgarten. Das Gelände dort war von den nächtlichen Arbeiten aber nicht betroffen. Zuletzt gab es gegen den Abriss des Südflügels am Hauptbahnhof größere Proteste.

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Stuttgart 21: Großaufgebot am Südflügel
Trotz Schlichtung und Volksentscheid geben die hartnäckigsten Gegner von Stuttgart 21 ihren Protest noch nicht auf. Am Samstag gab es erneut eine Demonstration. Die Veranstalter sprachen von 4000 Teilnehmern, die Polizei zählte 1200 Demonstranten.

mmq/dpa

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1. Ich bin gegen S21
aramcoy 22.01.2012
Zitat von sysopDie Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810611,00.html
Ich bin gegen S21. Allerdings finde ich, dass man das Ergebnis der Volksabstimmung akzeptieren muss. Das heist nicht, dass man seine Ablehnung nicht mehr in Form von friedlichem Protest äußern darf, und es bedeutet auch nicht, dass die Bahn sich nicht mehr an die Auflagen halten muss und einfach drauf los bauen darf. Was mich allerdings langsam stört, ist die einfallslose Form des Protestes. Wie wäre es wenn man zum Protest mal Bäume pflanzen würde. Angeblich 250 Protestierende in der Nacht und 4000 bei der letzten Demo. Wenn jeder ein Baum planzt, egal wo, mit einem Protestetikett dann wäre nicht nur der Verlust der 30 abgesägten Bäume ausgegelichen, sondern wir hätten in ein paar Jahren auch einen Wald an "Protestbäumen". Immer nur rumstehen und protestieren halte ich für langweilig. Werdet aktive, planzt Bäume und Hecken, verschenkt Bäume, schneidet euren Rasen seltener. Man kann mehr für die Natur machen als nur dastehen und quatschen. Und Pflanzaktionen haben sicherlich ein positveres Image und auch ein positiveres Ergebnis.
2. .
Olaf 22.01.2012
Zitat von sysopDie Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810611,00.html
[QUOTE[Weil es aber regnete und kalt war, verließen viele Demonstranten das Gelände freiwillig wieder. [/QUOTE]Ja, Natur ist nur wirklich schön, wenn man es warm und trocken hat.
3. mein erster gedanke , beim
viceman 22.01.2012
Zitat von sysopDie Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810611,00.html
lesen der überschrift war: was müssen die für ein schlechtes gewissen haben, wenn sie sich so etwas heimlich "bei nacht und nebel" in einer nasskalten nacht samstag auf sonntag tun! aber "gewissen" wäre wohl der falsche begriff, denn so etwas existiert in den chefetagen ( egal wo ) nicht !
4.
BirdyB 22.01.2012
Zitat von sysopDie Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810611,00.html
Es ist schon traurig, dass manche Leute das Ergebnis einer demokratischen Entscheidung nicht akzeptieren können...
5. Verhöhnung der Demokratie
weltoffener_realist 22.01.2012
Zitat von sysopDie Bahn kommt beim Bau ihres Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 in Trippelschritten voran: In einer nächtlichen Aktion wurden rund 30 Bäume gefällt. Regen und Polizei vertrieben die Demonstranten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,810611,00.html
Diese S 21-Gegner verhöhnen fortwährend die Demokratie. Wer sich bzgl. eines Bauprojektes selbst dann nicht der demokratischen Mehrheitsentscheidung beugen kann, wenn diese in einem von der Gegnerschaft selbst geforderten Volksentscheid getroffen wurde, stellt sich abseits der Gesellschaft.
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