OB-Wahl in Stuttgart: Unterlegener Turner entschuldigt sich bei Kuhn

Fritz Kuhn und Sebastian Turner lieferten sich einen harten Wahlkampf um das Amt des Stuttgarter Oberbürgermeisters. Jetzt hat sich der unterlegene Turner bei Grünen-Politiker Kuhn entschuldigt. Der hatte ihm einen "Schmähwahlkampf" vorgeworfen.

Verlierer Turner, Wahlsieger Kuhn (r.): "Stuttgart weiter im Ausnahmezustand"Zur Großansicht
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Verlierer Turner, Wahlsieger Kuhn (r.): "Stuttgart weiter im Ausnahmezustand"

Stuttgart - Der unterlegene Kandidat der Stuttgarter Oberbürgermeisterwahl, Sebastian Turner, hat sich bei Sieger Fritz Kuhn entschuldigt und dem Grünen-Politiker zugleich gratuliert. Die Tageszeitung "Die Welt" veröffentlichte einen an Kuhn gerichteten offenen Brief des parteilosen Turner, der schrieb: "Der Glückwunsch gilt dem Wahlerfolg und die Entschuldigung, weil Sie sich, wie in den letzten Wahlkampftagen erklärt, von mir 'geschmäht' fühlten. Das bedaure ich."

Kuhn hatte Turner vorgeworfen, etwa in der Frage der City-Maut mit Unterstellungen gearbeitet und einen "Schmähwahlkampf" gegen ihn geführt zu haben.

Laut Turner, der im Wahlkampf von CDU, FDP und Freien Wählern unterstützt worden war, sei Stuttgart ein Jahr nach der Volksabstimmung über einen Ausstieg aus der Finanzierung des Bahnprojektes "Stuttgart 21" weiter im Ausnahmezustand. "Wenn Stuttgart jetzt etwas braucht, dann den Schritt vom erregten Konflikt zum sachlichen Gespräch - aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen", schrieb der 46-Jährige.

Im zweiten Wahlgang am Sonntag hatte Turner die Oberbürgermeisterwahl verloren. Dem amtlichen Endergebnis zufolge erreichte Kuhn in der Stichwahl 52,9 Prozent der Stimmen. Turner kam auf 45,3 Prozent. Kuhn hatte bereits im ersten Wahlgang zwei Wochen zuvor knapp vor Turner gelegen, die absolute Mehrheit aber verfehlt.

max/dapd

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insgesamt 10 Beiträge
rainer_daeschler 24.10.2012
"Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT) Der [...]
"Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT) Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
Traumflug 25.10.2012
Dieser Mann ist einfach unglaublich. Anstatt dass er mal in sich geht und überlegt, was er denn wohl falsch gemacht hat (da gibt es eine Menge), kartet er jetzt wie ein beleidigter Junge nach. Und die überregionalen(!) Zeitungen [...]
Dieser Mann ist einfach unglaublich. Anstatt dass er mal in sich geht und überlegt, was er denn wohl falsch gemacht hat (da gibt es eine Menge), kartet er jetzt wie ein beleidigter Junge nach. Und die überregionalen(!) Zeitungen bringen das auch noch. Trotzdem vielen Dank an Herrn Turner. Er hat mit diesem Brief einen weiteren Grund gegeben, mit seiner Nicht-Wahl zufrieden zu sein.
falmine 25.10.2012
Sehe ich genauso. Auch solche Floskeln "aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen" dienen nur der eitlen Selbstdarstellung. Wenn ich jemanden bitte, etwas zu tun, z.B. auf andere zuzugehen, dann mache ich es. Wenn [...]
Zitat von rainer_daeschler[...]Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
Sehe ich genauso. Auch solche Floskeln "aber das brauche ich Ihnen nicht zu sagen" dienen nur der eitlen Selbstdarstellung. Wenn ich jemanden bitte, etwas zu tun, z.B. auf andere zuzugehen, dann mache ich es. Wenn nicht, dann brauchen Leser/innen keine hohlen Floskeln. Ausgerechnet in Stuttgart. Hätte Turner wirklich etwas verstanden, wüsste er, dass gerade dort die Bürgerinnen und Bürger geübt darin sind, auf Zwischentöne zu achten und Worte sorgfältig zu wägen. Deshalb war Turners Wahlkampf wirklich kein Ruhmesblatt für seine Profession. Ist ja auch gut so! :-)
Ich empfinde den Brief auch nur als eine besonders perfide Methode des Nachtretens, im Gewande einer Entschuldigung für ...... nichts.
Zitat von rainer_daeschler"Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT) Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
Ich empfinde den Brief auch nur als eine besonders perfide Methode des Nachtretens, im Gewande einer Entschuldigung für ...... nichts.
carlitom 25.10.2012
Nach Ihrer Schilderung hätte ja dann eher Kuhn einen Grund, sich bei Turner zu entschuldigen. Das sehe ich im Übrigen auch so.
Zitat von rainer_daeschler"Ich rechne Ihnen hoch an, dass Sie einen persönlichen Angriff, den Sie vor Wochen gemacht haben, auf meine Bitte hin mit Rücksicht auf meine Familie nicht wiederholt haben." (aus dem Originalbrief in der WELT) Der vergiftete Teil dieser Entschuldigung, impliziert er doch, dass es da irgend ein massives Foul von Kuhn gab, unfairerweise gegen Turners Familie und nicht ihn selber. Dazu noch der Zeitpunkt "vor Wochen". Das impliziert "Kuhn hat angefangen". Turner selber entschuldigt sich auch nicht für einen Schmähwahlkampf, sondern dass er bei Kuhn das Gefühl erzeugt habe, er könnte einer gewesen sein. Eine ehrliche Entschuldigung wäre an Fritz Kuhn gegangen und nicht in der WELT veröffentlicht worden, wo Sebastian Turner gelegentlich Artikel verfasst.
Nach Ihrer Schilderung hätte ja dann eher Kuhn einen Grund, sich bei Turner zu entschuldigen. Das sehe ich im Übrigen auch so.
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  • Mittwoch, 24.10.2012 – 23:27 Uhr
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