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Stuttgarter Wasserwerfer-Opfer "Es war wie der Schlag von einem Riesenboxer"

Protest gegen Stuttgart 21: Der Mann mit den blutigen Augen
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dpa

Der Strahl eines Wasserwerfers zerriss dem Rentner Dietrich Wagner die Lider, richtete schwere Augenverletzungen an, er ist derzeit blind. Den Polizeieinsatz gegen Stuttgart-21-Gegner beschreibt er im "Stern" als Inferno.

Berlin/Stuttgart - Dietrich Wagner wird wohl nie vergessen, wo er den 30. September 2010 verbracht hat. Er war im Stuttgarter Schlosspark, um gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 zu demonstrieren. Es war jener Tag, an dem die Gewalt eskalierte. Und Dietrich Wagner ist der Mann, dessen Bild später Leser in ganz Deutschland erschütterte. Auf einer Aufnahme dieses Tages ist Wagner zu sehen, der vom Strahl eines Wasserwerfers direkt ins Gesicht getroffen wurde. Zwei Personen stützen ihn, seine Augen sind deutlich sichtbar schwer verletzt, das Blut läuft ihm übers Gesicht.

Dem Magazin "Stern" sagte der 66-Jährige, er habe versucht, Jugendlichen zu helfen, die vom Strahl des Wasserwerfers weggefegt worden waren. Deshalb habe er die Arme hochgerissen und den Polizisten gewunken, um ihnen zu bedeuten, sie sollten aufhören, berichtet der Ingenieur im Ruhestand. Dann traf ihn selbst der Wasserstrahl direkt ins Gesicht - er wurde ohnmächtig. "Es fühlte sich an wie der Schlag von einem Riesenboxer", zitiert ihn das Magazin.

Ob Wagner je wieder wird sehen können, ist unklar. Derzeit ist er erblindet. Der behandelnde Arzt diagnostizierte bei Wagner "schwerste Augenverletzungen". Am schlimmsten seien die "beidseitig schweren Prellungsverletzungen", sagte Egon Georg Weidle, Chefarzt am Stuttgarter Katharinenhospital. Die Lider seien zerrissen, der Augenboden eines Auges gebrochen, die Netzhaut vermutlich eingerissen. Die Linsen sind zerstört, sie müssen durch Kunstlinsen ersetzt werden. Dietrich Wagner hat inzwischen Strafanzeige gegen den baden-württembergischen Innenminister Heribert Rech wegen Körperverletzung gestellt. Er verstehe nicht, "wie man gegen die Stuttgarter Bevölkerung ein solches Inferno anrichten kann", sagte er.

ffr/dpa/dapd

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insgesamt 912 Beiträge
TOPCTEH 06.10.2010
Dazu fällt mir nur Al Capone ein: "Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kannst du mehr erreichen als mit einem freundlichen Wort alleine."
Zitat von sysopMinisterpräsident Mappus kündigt nun eine ominöse Dialogoffensive an.
Dazu fällt mir nur Al Capone ein: "Mit einem freundlichen Wort und einer Kanone kannst du mehr erreichen als mit einem freundlichen Wort alleine."
blue_plasma 06.10.2010
Wenn man sich die Wortwahl von Mappus anschaut: "Kommunikations-Offensive" oder "...Angebot, dass man nicht ablehnen kann..." ergibt das bei mir den Eindruck, er betrachtet die Sache mit S21 als Möglichkeit [...]
Wenn man sich die Wortwahl von Mappus anschaut: "Kommunikations-Offensive" oder "...Angebot, dass man nicht ablehnen kann..." ergibt das bei mir den Eindruck, er betrachtet die Sache mit S21 als Möglichkeit sich als neuen Hardliner in der CDU zu positionieren. Hoffentlich schnallt das schwarze BW endlich, dass "Konservativ sein" nix mit der Partei zu tun hat! Mappus sollte weg!
Diana Simon 06.10.2010
Sehr lesenswert ist das Gedächtnisprotokoll des Opfers. Ein kleiner Ausschnitt: "...Von der Seite des Wasserwerfers schoben uns die Schwarzen Polizisten in die Richtung zu auf die Hamburger Gitter der grünen Polizisten. Wir [...]
Sehr lesenswert ist das Gedächtnisprotokoll des Opfers. Ein kleiner Ausschnitt: "...Von der Seite des Wasserwerfers schoben uns die Schwarzen Polizisten in die Richtung zu auf die Hamburger Gitter der grünen Polizisten. Wir waren dicht an dicht eingezwängt und wussten nicht, wo wir hingehen sollten. Es lagen inzwischen viele Schüler am Boden und über den Bänken. Als ich dies sah, wollte ich um die Kinder zu schützen, dem Wasserwerferfahrer und den anderen Beamten signalisieren, diesen Einsatz abzubrechen. Ich erhob meine Arme und winkte mit beiden Armen dem Wasserwerferfahrer und den anderen Beamten zu, um sie zum Einhalten zu bewegen..." http://blog.neu3no.de/2010/10/gedachtnisprotokoll-des-an-den-augen-schwer-verletzten-herrn/
autocrator 06.10.2010
entgegen einer anscheinen existierenden dienstvorschrift, wochna mit wasserwerfern nicht auf köpfe gezielt werden darf, wurde hier ein man in die blindheit geschossen - für eine ordnungswidrigkeit ! und der innenminister sagt [...]
entgegen einer anscheinen existierenden dienstvorschrift, wochna mit wasserwerfern nicht auf köpfe gezielt werden darf, wurde hier ein man in die blindheit geschossen - für eine ordnungswidrigkeit ! und der innenminister sagt dazu auch noch "das ist verhältnismäßig". Sojemand ist minister? Die CDU begeht gerade flächendeckend politisches harakiri, so wie es die SPD mit hartz4 begangen hat. Aber Gazprom und konsorten winken ja schon ....
etone 06.10.2010
Hier wurde ein Mensch, der nichts getan hat, ausser sein verfassungsmässiges Recht wahrzunehmen, schwer verletzt. Ist das nicht Grund genug für die (politisch) Verantwortlichen, Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten?
Zitat von sysopDer Strahl eines Wasserwerfers zerriss dem Rentner Dietrich Wagner die Lider, richtete schwere Augenverletzungen an, er ist derzeit blind. Die umstrittene Demo im Stuttgarter Schlosspark schildert er im "Stern"*als Inferno. Ministerpräsident Mappus kündigt nun eine ominöse Dialogoffensive an. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,721537,00.html
Hier wurde ein Mensch, der nichts getan hat, ausser sein verfassungsmässiges Recht wahrzunehmen, schwer verletzt. Ist das nicht Grund genug für die (politisch) Verantwortlichen, Konsequenzen zu ziehen und zurückzutreten?
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