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01. März 2015, 18:17 Uhr

Satzungsänderung

Sudetendeutsche verzichten auf "Rechtsanspruch auf die Heimat"

Seit 70 Jahren fordern aus dem heutigen Tschechien vertriebene Deutsche ihre Heimat zurück - bis jetzt: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft hat ihre Satzung geändert. Die Regierung in Prag zeigt sich erleichtert.

München - Die Sudetendeutsche Landsmannschaft fordert nicht länger die "Rückgabe" ihrer früheren Heimat. Das hat die Bundesversammlung des Vertriebenenverbandes beschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Demnach zielen die Verbandszwecke nicht mehr darauf, nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmtes Eigentum zurückzuerhalten. Gestrichen ist auch das Ziel, den "Rechtsanspruch auf die Heimat, deren Wiedergewinnung und das damit verbundene Selbstbestimmungsrecht der Volksgruppe durchzusetzen".

Die sogenannten Sudetendeutschen lebten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in den Randgebieten des heutigen Tschechiens. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gehörte das Gebiet zu Österreich-Ungarn und in der Zwischenkriegszeit zur neugegründeten Tschechoslowakei.

Fast drei Millionen Vertriebene

Nach dem "Münchner Abkommen" ließ der deutsche Diktator Adolf Hitler die Gebiete gegen den Protest der Regierung in Prag besetzen, wenig später annektierte die Wehrmacht völkerrechtswidrig auch den Rest des heutigen Tschechiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die tschechoslowakische Regierung die deutschsprachige Bevölkerungsgruppe vertreiben und enteignen. 2,8 Millionen Sudetendeutsche kamen nach Deutschland.

Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek begrüßte die jetzige Entscheidung des Verbands. "Das ist keine Überraschung - es ist eine der Voraussetzungen für eine Verbesserung der Beziehungen", sagte der Sozialdemokrat im Sender CT.

Als neues Ziel der Landsmannschaft wurde festgelegt, "Vertreibungen, ethnische Säuberungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, menschen- und völkerrechtswidrige Enteignungen" weltweit zu ächten. Geschehenes Unrecht sei "auf der Grundlage eines gerechten Ausgleichs zu heilen". Die EU-Grundrechtecharta müsse für alle Mitgliedstaaten uneingeschränkt gelten.

mxw/dpa

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