Süddeutschland: Bundesanwaltschaft fasst mutmaßliche russische Spione

Der Zugriff geschah in Marburg und Balingen: Ein mutmaßliches russisches Agentenpaar ging nach offenbar 20-jähriger Tätigkeit der Bundesanwaltschaft ins Netz. Die Frau wurde von der Festnahme überrascht, als sie gerade verschlüsselte Funksprüche abhörte.

Hamburg - Die deutschen Sicherheitsbehörden haben zwei mutmaßliche Mitglieder eines ausländischen Nachrichtendienstes festgenommen. Nach Informationen des SPIEGEL handelt es sich dabei um ein russisches Agentenpaar, das offenbar seit mehr als 20 Jahren unter einer Legende in Deutschland operiert. Es ist der erste derartige Fall von "Illegalen" seit der Wiedervereinigung.

Ein Einsatzkommando des Bundeskriminalamts verhaftete am vergangenen Dienstag in Marburg und Balingen die Eheleute Heidrun und Andreas A., die im Verdacht stehen, für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR gearbeitet zu haben.

Bei der Durchsuchung überraschten die Beamten Heidrun A. dabei, wie sie gerade vor einem Funkempfänger verschlüsselten Agentenfunk hörte. Bei den Verdächtigen stellten die Ermittler österreichische Pässe sicher, die offenbar auf einer fingierten Legende basieren. Danach will Andreas A. in Argentinien, Heidrun A. in Peru geboren sein. Recherchen der deutschen Sicherheitsbehörden in Südamerika ergaben allerdings, dass die Angaben nicht stimmen. Die Ermittler vermuten, dass die Geheimdienstoperation noch zu Zeiten des legendären KGB begann.

Andreas A. war 1988 nach Westdeutschland gezogen. Aufgefallen waren die mutmaßlichen Spione, nachdem das FBI im vergangenen Jahr einen Agentenring des SWR in den USA ausgehoben hatte. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stieß auf mehrere Hinweise, wonach sich auch in Deutschland mehrere Illegale aufhalten sollen.

Noch ist allerdings unklar, worauf es die mutmaßlichen Agenten abgesehen hatten.

Der Fall könnte die deutsch-russischen Beziehungen belasten. Beide Verdächtigen bestreiten die Vorwürfe.

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