Posse ums Gefährt Eine Grüne steigt um

Die grüne NRW-Ministerin Sylvia Löhrmann ist von der Audi-Karosse aufs Hybrid-Mobil umgestiegen, als sie auf eine Grünen-Wahlkampfveranstaltung vorfuhr. Das sorgt für Spott eines CDU-Politikers - und einen Gegenschlag.


Der NRW-Wahlkampf ist dank eines CDU-Stadtrats aus dem Städtchen Bocholt um eine Posse reicher: Der Lokalpolitiker teilte am Montag ein Foto bei Twitter, auf dem die stellvertretende Regierungschefin Syliva Löhrmann von den Grünen offenbar vor einem Wahlkampftermin das Auto wechselt.

Dicht nebeneinander stehen: die schwarze Staatskarosse der Ministerin, ein Audi A8 und ein Toyota Prius mit Hybridantrieb. Das japanische Auto ziert Löhrmanns Porträt.

Das Umsteigen der Bildungsministerin in das sparsame Modell auf dem Weg zu einer Grünen-Veranstaltung, das sich offenbar vor seinem Fenster zutrug, war für Stadtrat Thomas Eusterfeldhaus ein Fall von Doppelmoral: quasi Öko predigen, aber Limo fahren, zumindest wenn keiner guckt.

Löhrmann, selbst bei Twitter aktiv, sah darin eine Vorlage. Sie antwortete, ihr Verhalten sei vor allem eins: vorbildlich. Sie trenne eben sauber zwischen Regierungs- und Parteiarbeit, so Löhrmann.

Und Grüne und Sympathisanten sprangen Löhrmann bei. Unter dem Hashtag #LöhrmannSteigtUm montierten mutmaßliche Löhrmann-Unterstützer allerhand Alternativen an die Stelle des Hybrids. Sehen Sie selbst:

Und zu guter Letzt fand die Grünen-Sprecherin des Kreisverbands Seenplatte auch noch ein eher wenig sparsames Wahlkampffahrzeug der CDU, darauf das Gesicht von Spitzenkandidat und Hannelore-Kraft-Herausforderer Armin Laschet: kein Audi, kein Toyota - ein Reisebus.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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chwe 11.04.2017
1. Die Antwort von Frau Löhrmann geht voellig am Thema vorbei
kritisiert wird doch dass sie eine Luxuslimousine faehrt (oder fahren laesst), nicht dass sie umsteigt. Warum hat sie nicht fuer Regierungs- und Parteiarbeit jeweils ein sparsames Auto ?
Brilly_Wandt 11.04.2017
2. Typischer Fall von Tatsachenverdrehung
wenn ich Wasser predige, aber verstohlen Wein trinke, können mir die, die immer schon Wein getrunken haben (und sich dafür kritisieren lassen mussten), aber daraus kein moralingetränktes Politikum gemacht haben, dies vorwerfen. Und umgekehrt - was die ach so gewitzten grünen Kommentare suggerieren wollen - geht's eben nicht. Im Glashaus sitzt nur Fr. Löhrmann und sonst niemand. Ist aber ne schöne Aktion und kostet vielleicht das ein oder andere Zehntelprozentchen.
alsi 11.04.2017
3. ooh
Immer dieses gruenenbashing Niemand sagt wir sollen allzu fuß gehen. Nur die CSU ist für immer mehr stickoxide und autobahnmaut.
Steve1982 11.04.2017
4. Ich finde
CDUler manchmal ein bisschen arrogant und selbstverliebt. Und wer wirklich grüne Impulse nach der Wahl weiterhin haben möchte, der weiß sowieso dass er sie am besten mit den grünen bekommt.
freddygrant 11.04.2017
5. Aber das zeigt doch nur, ...
... das Löhrmann ihr Ministeramt und ihren Wahlkampf der GRÜNEN bei der NRW-Wahl bestens zu trennen weiß. In der CDU scheint man das geistig nicht verarbeiten zu können. Mit Doppelmoral hat das nichts zu tun - im Gegenteil!
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