Dschihadisten aus Deutschland Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Syrien-Kämpfer

Sie haben in Syrien eine paramilitärische Ausbildung durchlaufen und dann für eine Terrorgruppe gekämpft. Nun hat der Generalbundesanwalt deshalb zwei Männer angeklagt. In Berlin soll ihnen der Prozess gemacht werden.

Generalbundesanwalt Range: Er wirft den Angeklagten Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor
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Generalbundesanwalt Range: Er wirft den Angeklagten Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor


Berlin - Generalbundesanwalt Harald Range hat vor dem Kammergericht Berlin Anklage gegen zwei Männer erhoben. Er wirft ihnen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor.

Der 35-jährige Deutsche Fatih K. soll in Syrien eine paramilitärische Ausbildung durchlaufen haben. Anschließend habe er sich dort an Kampfeinsätzen der Terrororganisation Dschunud al-Scham beteiligt, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Der 27-jährige Türke Fatih I., der sich ebenfalls für Kampfeinsätze habe ausbilden lassen, habe den Dschunud al-Sham zudem 30.000 Euro zukommen lassen.

Laut Bundesanwaltschaft verfolgen die terroristischen Dschunud al-Sham (Soldaten Syriens) das Ziel, in Syrien einen auf islamischem Recht basierenden Gottesstaat zu errichten. Die Gruppe verfüge über mehrere hundert Kämpfer und wolle ihre Ziele mit militärischem Vorgehen durchzusetzen. Die Terrorgruppe wird von Islamisten aus Tschetschenien angeführt, die in den vergangenen Jahren in den syrischen Bürgerkrieg gezogen sind.

Der Anklage zufolge soll sich Fatih K. nicht nur an Kampfeinsätzen der Terrororganisation beteiligt haben. Er habe als Kameramann auch Propagandafilme über die Kämpfe gedreht. K. wurde bei seiner Rückkehr nach Deutschland im September 2013 festgenommen.

Fatih I. ist zudem wegen Betrugs angeklagt. Von den rund 30.000 Euro, die er der Dschunud al-Sham zukommen ließ, soll er 25.000 Euro betrügerisch von einer Bank in Deutschland erschwindelt haben. Er sitzt seit März dieses Jahres in Untersuchungshaft.

syd/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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kobmicha 08.10.2014
1. Sehr gefährliches Spiel unserer
Da bin ich aber mal gespannt wann der erste deutsche, öffentlich wirksam, enthauptet wird. Ich bete das ich es nicht bin als Reisender, der Zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort ist! Und dann gefordert wird die "Kämpfer" aus der Haft in Deutschland frei zu lassen.
European 08.10.2014
2. Den netten Herren kenn ich doch
das ist doch der, der gegen die NSA nicht ermitteln kann weil es die Beweislage nicht zulässt. Es gibt so wenig Hinweise auf das kriminelle Treiben der Amerikaner das es sich nicht lohnt; ein Freispruch wäre alternativlos. In meinen Augen ist er ein Krimineller, die Gesetze in Deutschland bezüglich dem Vereiteln von Strafverfolgung sind eindeutig: § 258a Strafvereitelung im Amt (1) Ist in den Fällen des § 258 Abs. 1 der Täter als Amtsträger zur Mitwirkung bei dem Strafverfahren oder dem Verfahren zur Anordnung der Maßnahme (§ 11 Abs. 1 Nr. 8) oder ist er in den Fällen des § 258 Abs. 2 als Amtsträger zur Mitwirkung bei der Vollstreckung der Strafe oder Maßnahme berufen, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. (2) Der Versuch ist strafbar.
bertholdalfredrosswag 08.10.2014
3. Anklage gegen Syrienkämpfer und IS Sympathisanten
Unerlässlich: Untersuchung ihrer Tätigkeiten soweit dies möglich ist. Wer geständig ist und frei aussagt was sein Tun dort betraf und glaubwürdig bereut sollte eine Chance bekommen, nach dem er eine shriftliche Abstandsbeglaubigung unterschreibt.
barbarine 08.10.2014
4. Radikalisierung der zukünftigen Mitgefangenen wie verhindern?
Wenn diese beiden - und hoffentlich noch viele Rückkehrer - erfolgreich zu einer Haftstrafe verurteilt werden, wie lässt es sich dann verhindern, dass sie während ihrer Haft Mithäftlinge radikalisieren und so weitere Terroristen in den Strafanstalten herangezogen werden? Viele Häftlinge entsprechen nun mal genau dem Muster derjenigen, die für eine solche Radikalisierung empfänglich sind: jung, männlich, perspektivlos, innerlich schwach und bereit, die eigenen Minderwertigkeitskomplexe durch rohe Gewalt zu kompensieren.
Skeptiker99 08.10.2014
5. Die NASA ist unschuldig
Der nette ältere Herr hat beim Abhörskandal schon ganz richtig gehandelt. Es gab ja wirklich keine Hinweise, das und die NASA im großen Stil abhört, wie er es bei seiner Pressekonkerenz klargestellt hat. Außerdem sind ja wohl für eine Anklageerhebung dringend die Originalunterlagen nötig. Wenn es sich dabei um Computerdateien handelt, kann man wohl nichts machen.
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