"Rein weiße Sicht" der Einheit Migrantenverbände fordern "Tag der deutschen Vielfalt"

Deutsche mit Migrationshintergrund werden bei der Wiedervereinigung häufig vergessen, kritisieren die "Neuen Deutschen Organisationen". Sie fordern einen Gedenktag für die Einwanderungsgesellschaft.

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Neben dem Tag der Deutschen Einheit sollte es nach Ansicht von Migrantenverbänden auch einen "Tag der deutschen Vielfalt" geben. Das fordern die "Neuen Deutschen Organisationen" in einem Appell. An dem Gedenktag sollen demnach die positiven Aspekte der Einwanderungsgesellschaft gewürdigt werden.

"Es ist wichtig, dass die Wiedervereinigung jedes Jahr symbolisch gefeiert wird", heißt es in dem Papier. Doch die deutsche Einheit werde üblicherweise "aus einer rein 'weißen' Sicht betrachtet - deutschdeutsche Ostdeutsche wiedervereint mit deutschdeutschen Westdeutschen", kritisieren die Verbände. Die "Bindestrichdeutschen" auf beiden Seiten würden dabei oft vergessen.

Dabei sei die deutsche Einheit für sie zum Teil mit rassistischen Erfahrungen verbunden gewesen. Ein großer Teil der ostdeutschen Bevölkerung habe in den Jahren nach der Vereinigung Entfremdung und Stigmatisierung erlebt. Die Einheit bleibe unvollendet, wenn diese Geschichten nicht erzählt würden.

Die "Neuen Deutschen Organisationen" sind ein Netzwerk von Vereinen, die für Teilhabe und gegen Rassismus eintreten. Unterzeichnet haben den Appell unter anderem die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, der Verband Deutsch-Syrischer Hilfsvereine und die Iranische Gemeinde.

jpz/dpa



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