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Taktik im Wahlkampf-Finale Warum Kandidaten für Konkurrenten werben

Wahlkampf: Werben um Erst- und Zweitstimmen
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dpa

2. Teil: Rot-Grüne Differenzen und ein skurriler CSU-Wahlaufruf

Wo es bei Schwarz-Gelb trotz konkreter Machtperspektive schon taktisch hapert, da liegen im Jahr 2009 bei Rot-Grün Absprachen noch weit ferner. "Die SPD ist nicht paktfähig", sagt Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin. Ein Beispiel: Stuttgart-Süd. Dort tritt der grüne Bundeschef Cem Özdemir an, der sich "gute Chancen" auf ein Direktmandat ausrechnet. Das klingt nicht zu verwegen, denn die Grünen konnten bei der Kommunalwahl in Stuttgart Anfang Mai gut 25 Prozent der Stimmen holen - und waren damit stärker als CDU und SPD. Da Özdemir auf der Landesliste nicht abgesichert ist, seine SPD-Gegenkandidatin Ute Vogt als Spitzenkandidatin ihrer Partei dagegen ohnehin im nächsten Bundestag sitzen wird, hätten hier die Sozialdemokraten "liefern können", wie es unter Grünen heißt. Aber Vogt - angeblich sogar gegen das Anraten der Bundes-SPD - macht da nicht mit.

In Sachsen wiederum gibt es einen Grünen-Kandidaten, der für die Erststimme an seinen SPD-Kontrahenten wirbt und diesen auch selbst wählen will: Hubertus Grass animiert die Wähler im Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge dazu, "ihre Stimmen klug einzusetzen" und den SPD-Mann zu unterstützen. Ein anderer Genosse machte einen Deal mit den Grünen, wurde von seiner Partei aber offenbar umgehend zurückgepfiffen: Wolfgang Wodarg, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Flensburg/Schleswig, hatte zunächst in einer mit den Grünen gemeinsam verfassten Presseerklärung dazu aufgerufen, mit der Erststimme ihn und mit der Zweitstimme die Grünen zu wählen. Davon aber distanzierte sich Wodarg schließlich mit dem Satz: "Ich stelle klar, dass es mir fernliegt, SPD-Wählerinnen und -Wähler von ihrer Zweitstimme für die SPD und Frank-Walter Steinmeier abzuhalten."

Eine skurrile Episode im Stimmen-Kampf ereignete sich Anfang September in Bayern. Die CSU-Zentrale stellte einen Wahlaufruf ins Internet, in dem es hieß: "Erst- und Zweitstimme sind gleich wichtig, denn diese werden zur Ermittlung des Wahlergebnisses zusammengezählt." Bei bayerischen Landtagswahlen ist dies tatsächlich der Fall, doch die Zusammensetzung des Bundestags errechnet sich dann doch ein bisschen anders. "Wählertäuschung" sei das, polterte die FDP. Ein CSU-Sprecher dagegen erklärte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass es sich um ein "redaktionelles Versehen" gehandelt habe. Man habe den Fehler selbst bemerkt und das Papier nach kurzer Zeit wieder von der Seite genommen.

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insgesamt 1604 Beiträge
aqualung 18.09.2009
Denke, dass die FDP z.Zt. noch zu hoch gehandelt wird und im Endeffekt knapp unter 10 % landen wird. Am Ende wird Rot-Rot-Grün rechnerisch möglich sein und die SPD wird sich panisch in die GroKo flüchten - auf die Argumentation [...]
Zitat von sysopWahl-Countdown: Die Parteien ringen um die Gunst der Deutschen. Wie bewerten Sie das Finale des Bundestagswahlkampfs und die Auftritte der Kandidaten?
Denke, dass die FDP z.Zt. noch zu hoch gehandelt wird und im Endeffekt knapp unter 10 % landen wird. Am Ende wird Rot-Rot-Grün rechnerisch möglich sein und die SPD wird sich panisch in die GroKo flüchten - auf die Argumentation bin ich gespannt...
zbigbrz 18.09.2009
Was gibt's da zu bewerten? Wahlkampf fand doch nicht statt. Das Merkel fährt im Schlafwagen zurück ins Kanzleramt.
Zitat von sysopWahl-Countdown: Die Parteien ringen um die Gunst der Deutschen. Wie bewerten Sie das Finale des Bundestagswahlkampfs und die Auftritte der Kandidaten?
Was gibt's da zu bewerten? Wahlkampf fand doch nicht statt. Das Merkel fährt im Schlafwagen zurück ins Kanzleramt.
Machtbesessen 18.09.2009
Das Finale ist gut. Die beiden Kanzlerkandidaten sind bald auf Augenhöhe. Beide haben dafür Ihr bestes dafür gegeben.
Zitat von sysopWahl-Countdown: Die Parteien ringen um die Gunst der Deutschen. Wie bewerten Sie das Finale des Bundestagswahlkampfs und die Auftritte der Kandidaten?
Das Finale ist gut. Die beiden Kanzlerkandidaten sind bald auf Augenhöhe. Beide haben dafür Ihr bestes dafür gegeben.
Brand-Redner 18.09.2009
Frei nach Shakespeare: Ist es auch Blödsinn, so hat es doch Methode. Ich würde sie "hochschreiben" nennen, denn die gebetsmühlenartige Wiederholung utopischer "Umfragewerte", scheinbar ein Mantra des [...]
Zitat von aqualungDenke, dass die FDP z.Zt. noch zu hoch gehandelt wird und im Endeffekt knapp unter 10 % landen wird .
Frei nach Shakespeare: Ist es auch Blödsinn, so hat es doch Methode. Ich würde sie "hochschreiben" nennen, denn die gebetsmühlenartige Wiederholung utopischer "Umfragewerte", scheinbar ein Mantra des politischen Mainstreams, soll doch nichts anderes werden als eine selbsterfüllende Prophezeiung nach dem Motto: Es gibt genügend Lemminge, die sich wirklichen und auch erdachten Mehrheiten anschließen. Die wählen schon deshalb den angepriesenen Favoriten, um nachher stolz sagen zu können: "Ich habe es ja richtig gemacht!" Doch die neoliberalen Volksverführer haben - wen wundert's - bis dato nichts aus der Finanzkrise gelernt: Die maßlose Überbewertung eines dubiosen "Produktes" führt früher oder später zum totalen Wertverlust. Der könnte in diesem Falle am 27. September erfolgen - mein Mitleid hält sich aber schon heute in Grenzen...
pssst... 18.09.2009
Schlaftabeltten sind dagegen reine Aufputschmittel.
Zitat von sysopWahl-Countdown: Die Parteien ringen um die Gunst der Deutschen. Wie bewerten Sie das Finale des Bundestagswahlkampfs und die Auftritte der Kandidaten?
Schlaftabeltten sind dagegen reine Aufputschmittel.
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