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Tal der Wölfe: Stoiber will türkischen Actionfilm absetzen lassen

Der umstrittene türkische Actionfilm "Tal der Wölfe" ist hierzulande ein Publikumsmagnet unter Migranten. Nun fordert Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, den Streifen aus den deutschen Kinos zu nehmen - er schüre den Kulturkampf und sei rassistisch.

Berlin - "Tal der Wölfe" solle sofort aus den Kinos verschwinden, verlangte Stoiber. Er appellierte an die Betreiber der Lichtspieltheater, den Streifen aus dem Programm zu nehmen. Der Film sei rassistisch, solle zu einem Kampf der Kulturen beitragen und spiele Radikalen in die Hände. 
   
Zugleich verlangte der bayerische Ministerpräsident eine eindeutige Stellungnahme der Regierung in Ankara.
  

Ministerpräsident Stoiber: "Klar Position beziehen"
REUTERS

Ministerpräsident Stoiber: "Klar Position beziehen"

"Hier sollte der EU-Kandidat Türkei klar Position beziehen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag".
Der unverantwortliche Streifen fördere nicht Integration, sondern verbreite Hass und Misstrauen gegen den Westen. "Nach der positiven mäßigenden Rolle der türkischen Regierung zu den Mohammed-Karikaturen wäre auch jetzt zu diesem antiwestlichen Hass-Film ein klares Wort notwendig", sagte Stoiber. Der Streifen richte sich gegen die Kultur und Werte Europas.

In "Tal der Wölfe" kämpft ein türkischer Geheimdienstheld im Irak gegen die Amerikaner. Der Film beginnt mit der Schilderung einer wahren Begebenheit aus dem Irakkrieg, als US-Soldaten im Nordirak türkische Militärposten verhaften und ihnen Säcke über den Kopf stülpen, was in der Türkei für große Empörung sorgte. Die Kritik an dem Film entzündet sich vor allem daran, dass der Westen, Christen und Juden als Feindbild der islamischen Welt dargestellt würden.

So entnimmt in einer Filmszene ein jüdischer Arzt irakischen Gefangenen Organe, die für den Export in die USA, nach Großbritannien und Israel bestimmt sind. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Europaabgeordnete der Grünen, Cem Özedmir, in einem Beitrag für SPIEGEL ONLINE dem Film vorgeworfen, er bediene rassistische Ressentiments. Der Film läuft in mehreren Kinos in Deutschland mit deutschen Untertiteln, unter anderem in Berlin und München. Seit seinem Start vor über einer Woche ist er zum Kassenrenner geworden, fast alle Vorstellungen sind ausverkauft. 

Neben seiner Kritik an "Tal der Wölfe" zeigte sich der CSU-Vorsitzende auch besorgt darüber,
dass immer neue Folterbilder aus dem Irak an die Öffentlichkeit
gerieten. Er verlangte ein klares Signal der Amerikaner
gegenüber der westlichen Welt. "Wer wie die USA überall auf der Welt für Freiheit und Menschenwürde eintritt, sollte sich hier nicht angreifbar machen." Es müsse unmissverständlich klar gemacht werden, dass Folterbilder mit den Werten der westlichen Welt nichts gemein hätten.

sev/dpa/ap

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Der umstrittene türkische Actionfilm "Tal der Wölfe" ist hierzulande ein Publikumsmagnet unter Migranten. Nun fordert Bayerns Ministerpräsident Stoiber, den Streifen aus den deutschen Kinos zu nehmen - er schüre den Kulturkampf und sei rassistisch. Soll der Film aus den Kindo verschwinden?

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