Tanklaster-Bombardement Kunduz-Opferfamilien werden mit Geld und Rindern entschädigt

4000 Euro pro Todesopfer - in bar oder als Sachleistung: So soll die Entschädigung für die Opfer des von der Bundeswehr angeordneten Luftangriffs bei Kunduz ausfallen. Nach Informationen des SPIEGEL können Familien der Getöteten beispielsweise Rinder bekommen.

Wracks der Tanklaster: Beim Bombardement am Kunduz-Fluss starben 142 Menschen
AFP

Wracks der Tanklaster: Beim Bombardement am Kunduz-Fluss starben 142 Menschen


Hamburg - Angehörige der zivilen Opfer des Luftschlags vom 4. September vergangenen Jahres bei Kunduz will die Bundeswehr individuell mit durchschnittlich 4000 Euro je Todesfall entschädigen.

In den kommenden Wochen soll das deutsche Feldlager in der nordafghanischen Provinzmetropole eine Versammlung von Dorfältesten aus der betroffenen Region Chahar Darreh einberufen, an der auch Vertreter der afghanischen Menschenrechtsorganisation AIHRC und der Internationalen Organisation für Migration teilnehmen sollen. Während des Treffens sollen die Angehörigen der zivilen Opfer und die bei dem Angriff Verletzten identifiziert und schnellstmöglich entschädigt werden.

Das Budget von insgesamt 400.000 Euro für die Wiedergutmachung, die als Leistung "ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" gezahlt werden soll, kann laut einer Weisung des Einsatzführungsstabs als "finanzielle Leistung, auch in Raten, oder als Sachleistung" abgewickelt werden. Im Gespräch sind zum Beispiel der Ankauf von Rindern für die Opferfamilien.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte kürzlich Verhandlungen mit zwei Bremer Anwälten, die eigenen Angaben nach Angehörige von knapp 80 Opfern vertreten, wegen der ungeklärten Mandatslage abgebrochen. Die beiden Juristen drohen nun, die Bundeswehr auf Schadensersatz zu verklagen. Aus dem Chaos um die Entschädigung der Opfer des Luftschlags vom 4. September sollen Lehren gezogen werden.

Vor allem wird von der Leitung des Verteidigungsministeriums moniert, dass das Feldlager nach dem fatalen Luftschlag auf zwei von den Taliban gekaperten Tanklastern mit bis zu 142 Toten nicht eigenständig die Identitäten von möglichen zivilen Opfern recherchiert hat. So traf die später über die Anwälte vorgebrachte Forderung das Ministerium unvorbereitet. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat angeordnet, den nun beschlossenen Weg für die individuelle Wiedergutmachung möglichst noch in der ersten Jahreshälfte zu begehen.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
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Seite 1
the.anthony, 08.05.2010
1. die paar kröten
sind nun wirklich schäbig billig. und mag ja sein, dass die kühe eine idee der afghanen selber war, aber der eigene anstand sollte es dem bundesverteidigungsministerium doch verbieten, sich darauf einzulassen. wenn entschädigen, dann richtig.
tomcatXXX 08.05.2010
2. Hauptsache Deutschland zahlt
und zahlt und zahlt und zahlt. Wurde denn von afghanischer Seite nachgewiesen, dass es sich wirklich um zivile Opfer handelte, wenn ja wie? War Gegenstand der Verhandlungen, was die Zivilisten dort zu suchen hatten? Und wer glaubt denn dass diese Zahlungen bei den "Opfern" verbleiben und nicht von den Taliban als Solidaritätszuschlag für die Befreiung des Landes von den Ungäubigen sofort nach Erhalt einkassiert werden. Reicht es nicht, dass die Bundeswehr die dortigen Opiumfelder beschützt, aus deren Ertrag den Taliban hunderte Millionen Dollar zur Verfügung stehen, um den Dschihad zu finanzieren und ausländische Soldaten effektiver zu bekämpfen? (kopfschüttel, bis zur Rotation!)
Robert Hut, 08.05.2010
3. Scham
Ein afghanisches Leben ist also 4000€ oder ein paar Kühe wert.. Schäm dich, Deutschland!
weltreisender82 08.05.2010
4. 4000 Euro - ein Witz?
Zitat von the.anthonysind nun wirklich schäbig billig. und mag ja sein, dass die kühe eine idee der afghanen selber war, aber der eigene anstand sollte es dem bundesverteidigungsministerium doch verbieten, sich darauf einzulassen. wenn entschädigen, dann richtig.
Da ist es ja kein Wunder, dass wir uns so unbeliebt machen bei den Afghanen und die Taliban immer mehr Zulauf erhalten. Was passiert denn wenn sich ein Afghane in Deutschland in die Luft sprengt und dabei "ein paar Zivilisten" tötet? Er landet vor einem deutschen Gericht und erhält davon womöglich lebenslänglich. Und die Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan Menschen töten? Die müssen sich nirgendwo verantworten! Und der General, der die Tötung von unschuldigen Frauen und Kindern zu verantworten hat? Der ist immer noch auf freiem Fuß? 4000 Euro und ein paar Rinder? Das muss in den Ohren der Angehörigen wie Hohn klingen, solange die Schuldigen nicht bestraft sind!
Poisen82, 08.05.2010
5. .
Zitat von weltreisender82Da ist es ja kein Wunder, dass wir uns so unbeliebt machen bei den Afghanen und die Taliban immer mehr Zulauf erhalten. Was passiert denn wenn sich ein Afghane in Deutschland in die Luft sprengt und dabei "ein paar Zivilisten" tötet? Er landet vor einem deutschen Gericht und erhält davon womöglich lebenslänglich. Und die Bundeswehrsoldaten, die in Afghanistan Menschen töten? Die müssen sich nirgendwo verantworten! Und der General, der die Tötung von unschuldigen Frauen und Kindern zu verantworten hat? Der ist immer noch auf freiem Fuß? 4000 Euro und ein paar Rinder? Das muss in den Ohren der Angehörigen wie Hohn klingen, solange die Schuldigen nicht bestraft sind!
Finden Sie die Aussage nicht ein bisschen unlogisch, um nicht zu sagen blöde?
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