Crashtest Betonbarrikaden halten Lkw-Attentäter nicht auf

Nizza, Berlin, Stockholm: Terroristen nutzen immer häufiger Lastwagen für ihre Anschläge. Schutz vor solchen Angriffen sollen Betonsperren bieten - doch die allein reichen offenbar nicht aus.

Betonblöcke gegen Anschläge
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Betonblöcke gegen Anschläge


Immer mehr Kommunen stellen zum Schutz von Großveranstaltungen mobile Anti-Terror-Sperren auf. Die Betonquader sollen etwaige Terroristen aufhalten, die einen Anschlag mit einem Lkw verüben wollen. Allein: Sie bieten keinen umfassenden Schutz. Das haben zwei Tests der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins "Umschau" ergeben.

Für den Test wurde ein beladener Lkw mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen genutzt. Der Lastwagen fuhr mit Tempo 50 auf die Betonsperren auf und schob die 2,4 Tonnen schweren Blöcke scheinbar mühelos zur Seite, so der Bericht. Der bei dem Versuch eingesetzte Fahrzeugtyp entsprach dem, der auch bei dem Anschlag in Nizza im Sommer 2016 genutzt worden war.

Damals starben 84 Menschen, als ein Attentäter in eine Menschenmenge auf der Strandpromenade der französischen Küstenstadt gerast war. Der bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz von Anis Amri verwendete Lastwagen sei noch erheblich größer gewesen, hieß es.

In Deutschland wurden die sogenannten "Nizza-Sperren" zuletzt unter anderem beim Tag der Deutschen Einheit in Dresden eingesetzt. Im Oktober 2016 hatte die Polizei insgesamt 1400 Betonblöcke in der sächsischen Landeshauptstadt aufgestellt.

dop/dpa

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