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"Oldschool Society": Bundesweite Razzia gegen rechtsextreme Terrorgruppe

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Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die neue rechtsextreme Gruppe "Oldschool Society" (OSS). Offenbar plante die Organisation Anschläge auf Moscheen und Asylbewerberheime. Drei Männer und eine Frau wurden festgenommen.

OSS: Terror von rechts Fotos
DPA

Seit den frühen Morgenstunden durchsuchen rund 250 Ermittler unter der Führung des Bundeskriminalamts in Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Wohnungen. Zeitgleich nahmen Einsatzkräfte der Spezialeinheit GSG 9 drei Männer und eine Frau fest, die zur Führungsriege der OSS gehören sollen.

Die Sicherheitsbehörden gehen damit gegen die rechtsextreme Gruppierung "Oldschool Society" (OSS) vor. Der Generalbundesanwalt ermittelt nach SPIEGEL-Informationen wegen des Verdachts auf Gründung einer "terroristischen Vereinigung".

Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft plante die OSS unter anderem Terroranschläge gegen Asylbewerberunterkünfte, Moscheen und Angehörige der salafistischen Szene in Deutschland. Möglicherweise stand eine erste Gewaltaktion der Gruppierung unmittelbar bevor.

Die rechtsextreme Truppe soll sich bereits im November 2014 zusammengeschlossen haben und war offenbar hierarchisch strukturiert. Laut Ermittlern fungierte der inzwischen festgenommene Andreas H. aus Augsburg als "Präsident" und der 39-jährige Sachse Markus W. als dessen "Vize". Weitere wichtige Funktionen sollen den Angaben zufolge der 47-jährige Olaf O. aus Bochum sowie die 22-jährige Denise G. aus Sachsen übernommen haben. Alle vier sollen in Kürze dem Haftrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

Auf die Spur der "Oldschool Society" waren die Ermittler offenbar durch Hinweise der deutschen Verfassungsschutzbehörden gekommen. Demnach soll die Truppe unter anderem versucht haben, sich "Sprengmittel für Terroranschläge" zu beschaffen, wie es aus Ermittlerkreisen heißt.

Auch eine Art Wappen hatten die Beschuldigten schon entworfen: Es bestand aus einem stilisierten Kampfpanzer, germanischen Runen und zwei Totenschädeln. Dazwischen prangte der Wahlspruch der OSS: "Eine Kugel reicht nicht".

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