Terrorgefahr an der Weser Bremer Polizei verspricht weitere Informationen

In der Bremer Innenstadt patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten, die Behörden warnen vor Terror durch Islamisten. Noch sind viele Fragen offen, die Polizei kündigt weitere Auskünfte im Laufe des Tages an.


Bremen - Die Pressemitteilung ist kurz und nüchtern: "Seit gestern Abend liegen der Polizei Bremen Hinweise einer Bundesbehörde auf eine mögliche Gefahrenlage mit islamistischem Hintergrund vor", heißt es. Die Polizei habe aus diesem Grund ihre Präsenz im Stadtgebiet erhöht und "erforderliche Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum verstärkt".

Dies macht sich aktuell an vielen Stellen in der Innenstadt bemerkbar. Rund um die Bürgerschaft, das Rathaus und den Dom waren am Samstag Polizeibusse zu sehen. Auch die Synagoge der Jüdischen Gemeinde erhielt zusätzlichen Polizeischutz, Personen wurden überprüft.

Woher die Informationen zu einer möglichen Gefahr stammen, wen die Polizei in Verdacht hat, ob Festnahmen bevorstehen - zu vielen Fragen haben sich die Behörden noch nicht geäußert. Die knappe Mitteilung war jedoch mit einer Zusage versehen: "Weitere Auskünfte werden im Laufe des Tages gegeben."

Derzeit zwei Personen beschattet

Wie aus einer SPIEGEL ONLINE vorliegenden Lageinformation der Sicherheitsbehörden hervorgeht, erhielt die Bremer Polizei am Freitag einen dienstlichen Hinweis auf eine "konkrete Anschlagsgefahr". Dieser Tipp soll vom Bundeskriminalamt gekommen sein. Daraufhin richtete Bremen um 21 Uhr die Sonderkommission "Gold" ein.

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Terrorgefahr: Das bewachte Bremen
Derzeit würden zwei Personen beschattet, die in Bremen lebten, heißt es in der Analyse. Auf diese Weise sollten "relevante angereiste Kontaktpersonen" identifiziert und ausfindig gemacht werden. Bei Möglichkeit erfolgten "Festnahmen durch Spezialeinheiten".

Bremen gilt als eine Hochburg radikaler Islamisten. Nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) wurden zuletzt rund 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens 16 Islamisten aus Bremen sind nach Syrien gereist, um dort zu kämpfen, so die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden. Vier sollen bereits wieder zurückgekehrt sein, zwei starben offenbar.

Bremer bleiben gelassen

Die Norddeutschen reagierten eher gelassen auf die Warnungen, Fußgängerzone und Marktplatz waren mit Passanten gefüllt. Viele bekräftigten auf Nachfrage ihr Vertrauen in die Polizei, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. So auch ein Mann aus dem Landkreis Cloppenburg, der nach Bremen gekommen war, um eine Hose zu kaufen: "Die machen, was sie können."

Auch das Heimspiel des Fußballbundesligisten Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg soll am Sonntag wie geplant stattfinden, dasselbe gilt für das für Samstagabend geplante Basketballspiel zwischen den Bundesligisten Eisbären Bremerhaven und den EWE Baskets Oldenburg.

Zuletzt hatte Mitte Februar eine Terrorwarnung zur kurzfristigen Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig geführt. Im Januar waren in Dresden eine Pegida-Demonstration und alle weiteren Kundgebungen am gleichen Tag verboten worden. Am Freitagabend hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bei einer Diskussion in Braunschweig betont, dass ein Anschlag in Deutschland "nicht total auszuschließen" sei.

irb/dpa



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fragezeichen??? 28.02.2015
1. Verhältnismässigkeit der Mittel
da werden in Bremen 2(!) Verdächtige beschattet...bei einer möglichen Gefahrenlage. Das alles wird natürlich sofort von den Medien rausposaunt....dolle Sache. Ich kann mich erinnern das vor ein paar Jahren, von mehreren tausend anreisenden Fussballfans gleich mehrere Dutzend noch vor Ankunft in Bremen erst mal weggesperrt worden sind
sl2014 28.02.2015
2.
Deutschland ist bunt und da ist die Toleranz jedes Bürgers gefragt. Es handelt sich bestimmt um einen falschen Alarm islamophober Kreise zur Verunsicherung der Bevölkerung. Warum sollten Radikale mit Anschlägen drohen? Sie können doch ganz normal leben solange sie nichts verbotenes tun und zudem unterstützt die breite Mehrheit der Bürger den Islam. Zitat Frau Dr. Merkel: "Der Islam gehört zu Deutschland". Die armen Polizisten können einem leid tun, die statt verdientem Wochenende mit der Maschinenpistole herumstehen müssen.
ixfüru 28.02.2015
3. Solange der
werden wir uns wohl daran gewöhnen müssen, dass ein "Bedrohungsszenario" häufiger vorkommen wird. Offensichtlich reichen unsere Gesetze ja nicht aus, um die Bedroher aus dem Verkehr zu ziehen. Und die Beschattung allein wird nicht ausreichen - irgendwann merken die Leute das und verhalten sich noch vorsichtiger, als ohnehin.
michelpartei 28.02.2015
4. Möchte Deutsche Politiker auch bei Terrorbekämpfung mitspielen!
Erst Braunschweig nun Bremen, beide Terror Aktionen vermutlich sinnlos und wen das bei der kommenden Bremen Wahl nutzt ..wer weis das ? Als erstes wird das Rathaus geschützt, natürlich was sonst,dann jüdische Einrichtungen, die sowieso rund um die Uhr im islamischen Deutschland geschützt werden müssen. Dann bleiben noch die Bürger übrig ,ungeschützt natürlich. Aufklärung wer da einen möglichen Anschlag meldet ... 0 Rückmeldung. Man hat den Eindruck das Deutsche Politiker auch mitspielen wollen neben Frankreich,England,Dänemark. Dabei ist Deutschland doch schon seit Jahrzehnten Ruhezone für Terroristen und Vorbereitungsland für Anschläge außerhalb von Deutschland. Dann will Hamburg und Berlin die Olympischen Spiele und da sieht man , dass gespielt wird. Braunschweig absagen, Karneval am Rhein natürlich. Obwohl die Resonanz für Terroristen erheblich größer gewesen wäre.
Amarananab 28.02.2015
5. Wie die Mücke, so der Elefant...
...oder wie mache ich die berühmte Mücke zum Elefanten. Nun haben wir Aufgrund des friedliebenden Islam in einer deutschen Grossstadt Strassenszenen wie wir sie aus Ostjerusalem und Bagdad kennen. Schwerbewaffnete patroullieren auf Tuchfühlung Bürgernah auf der Strasse um genau was zu verhindern? Ywei Leute werden `beschattet` (müssten es auch schon bemerkt haben) weil sie was tun wollen? Wird da etwa Paranoia verbreitet oder yuviel eingenommes Steuergeld verbraten?
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