Nordrhein-Westfalen Razzia wegen Verdachts auf Terrorunterstützung 

Seit Jahren sollen sie Geld für die Islamisten-Miliz Dschabhat Fatah al-Scham gesammelt haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen zwei Beschuldigte. In mehreren deutschen Städten laufen Durchsuchungen.

Dschabhat-Fatah-al-Scham-Kämpfer in Idlib
REUTERS

Dschabhat-Fatah-al-Scham-Kämpfer in Idlib


Bei einer Razzia gegen mutmaßliche Terrorunterstützer haben Ermittler mehrere Wohnungen und andere Gebäude in Nordrhein-Westfalen und Großbritannien durchsucht. Die Aktionen in mehreren Städten richteten sich gegen zwei Beschuldigte, die seit mehreren Jahren die Qaida-nahe Miliz Dschabhat Fatah al-Scham unterstützt haben sollen. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

Bei den beiden Beschuldigten handele es sich um 32 und 39 Jahre alte Brüder aus Algerien, teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium mit. Der Jüngere sei als salafistischer Prediger bekannt. "Es geht jetzt darum, Beweismittel zu sichern und herauszufinden, woher das Geld kommt", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Den Brüdern wird vorgeworfen, für die islamistische Miliz Spenden gesammelt zu haben und über Hilfskonvois Krankenwagen, medizinisches Gerät, Medikamente und Nahrungsmittel nach Syrien geliefert zu haben. Bei der Fatah-al-Scham-Front handelt es sich um die frühere Nusra-Front. Die Bundesanwaltschaft stuft die Organisation als ausländische terroristische Vereinigung ein. Die Lieferungen nach Syrien liefen den Angaben zufolge über den Verein Medizin mit Herz und die Vorgängerorganisation Medizin ohne Grenzen.

Medizin mit Herz sitzt in Hennef bei Bonn und wird wegen seiner Verbindungen zur regionalen salafistischen Szene vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Behörden warnen davor, dass der 2013 gegründete Verein unter dem Deckmantel von Hilfsangeboten versucht, bevorzugt Flüchtlinge in den Extremismus hineinzuziehen.

Die Durchsuchungen dienten dazu, Beweise für die Lieferungen an die Miliz sicherzustellen, hieß es. Wo genau die Aktionen stattfinden und welchen Bezug es nach Großbritannien gibt, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen demnach über das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt.

asa/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.