Terrorverdacht Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zum Attentat von Ansbach

Die Bundesanwaltschaft glaubt, dass der Attentäter von Ansbach Mitglied des "Islamischen Staats" war. Nach Hintermännern wird gesucht.

Spezialkräfte der Polizei in Ansbach
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Spezialkräfte der Polizei in Ansbach


Der schnelle Überblick
    • Mohammad Daleel, 27, hat am Sonntagabend bei einem Musikfestival im fränkischen Ansbach eine Splitterbombe gezündet und sich damit selbst getötet.

  • • 15 Personen wurden verletzt, vier von ihnen schwer.

  • • Der Syrer Daleel hatte 2014 Asyl in Deutschland beantragt, der Antrag wurde abgelehnt. Er lebte mit einer Duldung in Ansbach.

  • • Ein Video auf Daleels Handy zeigt einen Vermummten, der Daleel sein soll. Er droht mit einem Anschlag "im Namen Allahs" und bekennt sich zum "Islamischen Staat".

• Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Terrorverdachts an sich gezogen.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hat die Ermittlungen zum Bombenattentat im nordbayerischen Ansbach von Sonntagabend an sich gezogen. Die Ermittlungsbehörde des Bunds geht damit davon aus, dass es sich um ein terroristisches Verbrechen handelt.

Auf das Musikfestival Ansbach Open 2016 hatte ein 27-jähriger Syrer am Sonntagabend ein Bombenattentat verüben wollen. Er war am Einlass gescheitert und sprengte sich außerhalb des Geländes mit rund 2000 Besuchern in die Luft. Dabei verletzte er 15 Menschen, vier von ihnen schwer. Nach bisherigen Erkenntnissen zündete er den in seinem Rucksack mitgeführten Sprengsatz gegen 22.10 Uhr im Zugangsbereich zum Festivalgelände. Der Attentäter kam bei der Detonation ums Leben.

Über den Mann ist bislang bekannt, dass es sich um den Syrer Mohammad D. handelt, der in Bulgarien, Österreich und Deutschland Asyl beantragt hatte. In Deutschland war sein Antrag wegen Datenbanktreffern aus den anderen beiden Ländern abgelehnt worden. Der Syrer war in Bulgarien bereits als Kriegsflüchtling anerkannt und sollte dorthin abgeschoben werden.

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Anschlag in Ansbach: Vom Asylsuchenden zum Attentäter

In der Unterkunft D.s waren Materialien zum Bombenbau gefunden worden. Auf einem Handy fand sich eine Drohung, "im Namen Allahs" einen Racheakt gegen Deutsche durchzuführen. Sie würden Muslime töten, als Vergeltung werde er einen Anschlag verüben. In dem sichergestellten Video bezeugt eine vermummte Person seine Zugehörigkeit zu Abu Bakr al-Baghdadi, dem Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand sei davon auszugehen, "dass es sich hierbei um Mohammad D. handelt". Damit stehe D. im Verdacht, die Tat als Mitglied des IS begangen zu haben. Es müsse nun geklärt werden, ob es weitere bislang unbekannte Tatbeteiligte oder Hintermänner gab. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden vom Polizeipräsidium Mittelfranken fortgeführt.

Die Bundesanwaltschaft habe Ermittlungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, versuchten Mordes und anderer Straftaten gegen nicht namentlich bekannte Beschuldigte aufgenommen und das Verfahren der Staatsanwaltschaft Ansbach übernommen.

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cht

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