Mutmaßlicher IS-Kontakt BKA ermittelt wegen Terrorverdacht gegen Flüchtling

In Brandenburg laufen Ermittlungen gegen einen syrischen Flüchtling, der sich mit seinem Einsatz für den IS gebrüstet haben soll. Andere Asylbewerber filmten laut einem Zeitungsbericht die Aussagen.


Das Bundeskriminalamt (BKA) hat einem Zeitungsbericht zufolge Ermittlungen gegen einen terrorverdächtigen Asylbewerber aus Syrien aufgenommen. Der in einer Unterkunft in Brandenburg lebende Mann soll vor einigen Wochen Mitbewohnern über seine Zeit als Kämpfer für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erzählt haben. Dies berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Andere Flüchtlinge hatten die Aussagen heimlich per Mobiltelefon gefilmt. Dabei erklärte der Syrer demnach auch, dass er für den IS getötet habe. Die Aufnahmen seien der Auslöser für ein Ermittlungsverfahren des BKA im Auftrag der Bundesanwaltschaft gewesen, berichtet das Blatt weiter.

Anhaltspunkte für eine systematische Einschleusung von Terroristen unter den Flüchtlingen sieht das BKA nach Informationen der Zeitung aber nicht. Zum Vergleich: Der Einzelfall steht der erwarteten Gesamtzahl von 800.000 Flüchtlingen in Deutschland in diesem Jahr gegenüber.

Zwar sei die Behörde in den vergangenen Monaten mehreren Hinweisen nachgegangen, wonach radikale Islamisten als Flüchtlinge nach Deutschland gelangt sein könnten, schreibt die "WamS". In keinem der Fälle wurde der erste Verdacht jedoch bestätigt.

Unter anderem wurden Fotoaufnahmen angeblicher IS-Terroristen in Syrien und im Irak geprüft, die sich nun als Asylbewerber in Deutschland aufhalten sollen. Die Aufnahmen, die vor allem über soziale Netzwerke verbreitet wurden, stellten sich bislang als bewusste Fälschungen, Verunglimpfungen oder Verwechslungen heraus. So hätten sich etwa Flüchtlinge gegenseitig beschuldigt.

Auch aus rechtsradikalen Kreisen hat es bereits haltlose Terrorverdächtigungen gegeben. Mit solchen Ressentiments soll offenbar Stimmung gegen Ausländer gemacht werden.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hatte Mitte der Woche erklärt, nach wie vor keine konkreten Hinweise darauf zu haben, dass IS-Kämpfer unter den in jüngster Zeit nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen sind.

jok/dpa



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