Terrorwarnung Hanning warnt vor Rückkehr der Dschihadisten

In Deutschland besteht nach Auffassung der Bundesregierung eine erhöhte Anschlagsgefahr. Der Innenstaatssekretär August Hanning warnte erneut: Islamisten aus Deutschland würden in Pakistan zu Terroristen ausgebildet - und kehrten dann in die Bundesrepublik zurück.


"Wir haben eine ganze Reihe von Anzeichen dafür, dass al-Qaida Deutschland und deutsche Einrichtungen, etwa Botschaften, im Visier hat", sagte Wolfgang Schäubles Staatssekretär August Hanning der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es gebe eine neue Qualität der Bedrohung.

Innenstaatssekretär August Hanning: Deutschland im Visier von al-Qaida
MARCO-URBAN.DE

Innenstaatssekretär August Hanning: Deutschland im Visier von al-Qaida

Nach Angaben der Zeitung ist Pakistan zum Trainings-Mekka islamistischer Kämpfer geworden. Islamisten aus Deutschland würden in pakistanischen Lagern ausgebildet, um danach in die Bundesrepublik zurückzukehren. Die Innenbehörden würde bereits 14 Islamisten aus Deutschland kennen, die in den vergangenen Monaten meist über Ägypten oder die Türkei nach Pakistan gereist seien. "Wir müssen alles dafür tun herauszufinden, wer nach Pakistan gegangen ist und dort ausgebildet wurde", sagte Hanning.

Auch drei Rückkehrer sind seinen Angaben zufolge den Innenbehörden bereits bekannt: Sie seien Anfang Juni aus Pakistan gekommen. Über ihre Identität werde bisher aus Sicherheitsgründen geschwiegen. "Wir müssen davon ausgehen, dass die Leute, die aus Pakistan zurückgekehrt sind, Anschläge planen", sagte Hanning und sprach von einer "neuen konkreten Gefahr".

Hanning warb dafür, im Kampf gegen den Terrorismus auch gezielt technische Mittel einzusetzen: "Online-Durchsuchungen oder Wohnraumüberwachung wird es immer nur in wenigen Fällen unter strikter Kontrolle geben", sagte Hanning. Die Angst vor einem Überwachungsstaat sei überzogen.

Hanning: "Wir leben in Deutschland nicht auf einer Insel der Glückseligen. Die Gefahr, dass es hier zu terroristischen Anschlägen kommt, ist real. Wir sollten sie auch endlich zur Kenntnis nehmen."

kat/AFP



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