Kanzleramt Merkel trifft Angehörige von NSU-Opfern

Zehn Morde soll die Terrorgruppe NSU begangen haben. Was bewegt die Angehörigen der Opfer heute? Das wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Erfahrung bringen. Jetzt hat die Kanzlerin die Familien zu einer Begegnung im Kanzleramt empfangen.

Merkel nach dem Integrationsgipfel im Mai: "Erfahren, was die Familien bedrückt"
REUTERS

Merkel nach dem Integrationsgipfel im Mai: "Erfahren, was die Familien bedrückt"


Berlin - Rund dreieinhalb Stunden lang ist Angela Merkel mit ihren Gästen zusammengekommen: Die Bundeskanzlerin hat am Montag Familienangehörige der Mordopfer der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU im Kanzleramt empfangen. Wie Vize-Regierungssprecher Georg Streiter nach der Begegnung in Berlin mitteilte, führte Merkel nach der Begrüßung persönliche Gespräche mit den Angehörigen.

Dabei sei es der Bundeskanzlerin vor allem darum gegangen, "zuzuhören und zu erfahren, was die Familien heute bewegt und bedrückt", hieß es. Zu der Begegnung kamen den Angaben zufolge neben Angehörigen von Mordopfern und Opfern des Kölner Nagelbombenanschlags auch die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, und die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der NSU-Opfer, Barbara John (beide CDU). Merkel hatte das Treffen bei einer Pressekonferenz Ende Mai angekündigt.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) soll zwischen 2000 und 2007 neun Migranten und eine deutsche Polizistin ermordet haben. Wegen der Taten müssen sich derzeit die einzige Überlebende der Terrorzelle, Beate Zschäpe, und vier weitere Angeklagte in München vor Gericht verantworten.

Im NSU-Untersuchungsausschuss in Thüringen sind in der vergangenen Woche neue Details bekannt geworden: Nach dem Untertauchen von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe ist offenbar eine Liste mit Kontaktdaten des NSU verschwunden.

bos/AFP/dpa

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