Schlag ins Gesicht Journalist bei Neonazi-Festival in Themar angegriffen

Der thüringische Ort Themar steht für das größte Neonazi-Festival in Deutschland. Auch in diesem Jahr werden wieder Tausende Rechtsextreme erwartet. Gleich zu Beginn des Festes wurde ein Journalist verletzt.

Besucher des Rechtsrock-Festivals in Themar
DPA

Besucher des Rechtsrock-Festivals in Themar


Beim Neonazi-Festival im südthüringischen Themar ist ein Journalist angegriffen worden. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, sei ein 33 Jahre alter Festival-Besucher am späten Freitagabend zum Pressebereich auf dem Veranstaltungsgelände gekommen und habe einem 27 Jahre alten Journalisten ins Gesicht geschlagen.

Angaben zum Motiv des Täters oder den Hintergründen des Vorfalls konnte die Polizei zunächst nicht machen. Einer Sprecherin zufolge ist die Identität des mutmaßlichen Täters bekannt. Der Journalist sei leicht verletzt worden. Ermittlungen wegen Körperverletzung liefen.

Das Festival in Thüringen ist eine der größten Veranstaltungen von Rechtsextremen in Deutschland. Im vergangenen Jahr waren nach Polizeiangaben etwa 6000 Neonazis in die 2800-Einwohner-Gemeinde Themar gekommen. Für dieses Jahr rechnet der Thüringer Verfassungsschutz damit, dass bis zu 1500 Rechtsextreme aus ganz Deutschland und dem EU-Ausland anreisen werden. Die Mehrzahl von ihnen wird erst am Samstag erwartet.

Am Freitagabend waren laut Polizei bereits rund 200 Rechtsextreme auf dem Veranstaltungsgelände am Rande des Ortes eingetroffen. Die Polizei zählte bis zu diesem Zeitpunkt zehn Straftaten, unter anderem das Tragen verfassungswidriger Kennzeichen.

Die Sicherheitskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Mehrere Hundertschaften aus Thüringen und anderen Bundesländern sollen Zwischenfälle während der rechtsextremen Veranstaltung verhindern.

stk/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.