Kriminalität De Maizière will Hilfspolizisten gegen Einbrecher einsetzen

Innenminister de Maizière geht auf Einbrecherjagd: Er fordert mehr Kameras in Einfamilienhausgegenden - und im Schnellverfahren ausgebildete Hilfspolizisten.

Einbrecher (Symbolbild)
DPA

Einbrecher (Symbolbild)


Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für den vermehrten Einsatz von Hilfspolizisten ausgesprochen. Diese könnten "als Wache in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden", sagte de Maizière in einem Interview der "Rheinischen Post".

Die Einsatzkräfte, auch Wachpolizisten genannt, dürfen bereits nach einer wenige Monate dauernden Ausbildung ihren Dienst antreten, haben jedoch weniger Befugnisse als Polizeibeamte.

In Sachsen unterstützen bereits 47 Absolventen einer solchen Ausbildung die regulären Polizeikräfte. De Maizière bezeichnete das "zukunftsweisende Modell" im Freistaat als vorbildlich für andere Bundesländer. Die bewaffneten Wachpolizisten, die auch Uniform tragen, sollen in Sachsen vorrangig Aufgaben des Objektschutzes sowie der Personenbewachung übernehmen.

De Maizière will zudem mehr Videoüberwachung zur Einbrecherabwehr einsetzen, sie sei "ein wichtiges Element gegen Einbruchskriminalität". Kreuzungen in ansonsten ruhigen Wohngegenden und Einfamilienhaussiedlungen könnten zu Kriminalitätsschwerpunkten erklärt werden, um dort öffentliche Kameras zu installieren.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt bundesweit seit zehn Jahren an. Noch bis zum 17. Juni beraten die Innenminister der Länder auf ihrer Konferenz im Saarland über weitere Maßnahmen zum Schutz von Wohnungen und Häusern.

Auch wegen der teils schweren Hooligan-Ausschreitungen während der Fußball-EM in Frankreich verlangt der Innen- und Sportminister mehr Kameras im öffentlichen Raum. Die Videoüberwachung müsse in Deutschland ausgebaut werden, auch Body-Cams zum Schutz von Polizisten seien unverzichtbar.

Die Aufnahmen prügelnder Randalierer in Lille und Marseille würden "zumindest für die Strafverfolgung" helfen, so de Maizière in der "Rheinischen Post". "Vielleicht begreift jetzt auch der Letzte in Deutschland, dass mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in erster Linie eine Hilfe ist und nicht eine Beobachtung von Unschuldigen."

Lesen Sie außerdem: Die neun gängigsten Irrtümer zu Einbrüchen in Deutschland Und im digitalen SPIEGEL: "Nicht zu fassen" - Alle drei Minuten wird in Deutschland eingebrochen, die Täter sind oft Mitglieder osteuropäischer Banden, arme Teufel oder einfach Bekannte.

cht/dpa



insgesamt 231 Beiträge
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marthaimschnee 16.06.2016
1.
Weniger Ausbildung, weniger Erfahrung, weniger Befugnisse ... und vor allem KOSTEN SIE WENIGER! Wozu Profis engagieren, wenn es auch Amateure für den Bruchteil eines Preises tun?
Rayleigh 16.06.2016
2.
Klar, Hilfspolizisten und Kameras sind die Lösung. Kostet ja weniger, als richtige Polizisten hinzustellen oder deren Ausrüstung zu finanzieren. Für das Thema sei noch ergänzt, dass in Sachsen zuerst einige dieser Hilfspolizistentrupps aus dem ach so bösen AfD-Umfeld stammen. Erst danach wurden reguläre Gruppen aufgestellt.
max-mustermann 16.06.2016
3.
Na klar und wenn dann wirklich mal ein Einbrecher dingfest gemacht wird (was bei einer tatsächlichen Aufklärungsrate von nicht mal 1% praktisch kaum passiert) bekommt er vor Gericht eine lächerliche Bewährungsstrafe und macht sich direkt wieder an die "Arbeit".
richooo 16.06.2016
4. Unnütze Videoüberwachung
Siehe da kann der Herr dieses falsche Mantra wiederholen so oft er mag, Videoüberwachung ist unnütz. Ich erinnere an die spektakuläre Flucht von einer Einbrecherbande die in einem Audi einen Heli abgehängt haben. Ich wette das Kennzeichen ist bekannt, gebracht hat es nix. Einfach mehr Geld in richtige Polizisten investieren und nicht an denen sparen!
MKAchter 16.06.2016
5. Anstrengung
Alle Anstrengungen, alle Methoden, die rechtsstaatlich sind und in der Einbruchsmisere einen Nutzen bringen, sind in Ordnung. Übrigens gibt es als Beispiel eines solchen Polizeidienstes (wenn auch nicht so dezidiert zur Einbruchsbekämpfung) in Baden-Württemberg des sogenannten "Freiwilligen Polizeidienstes"schon seit vielen Jahren. Von der letzten grün-roten Landesregierung in Stuttgart wurde dieser noch abgelehnt und sollte abgeschafft werden (langsam "auslaufen"). Die neue grün-schwarze Regierung (mit CDU-Innenressort) möchte ihn weiterführen, evtl. noch ausbauen.
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