Generalsekretär: Thomas de Maizière Favorit für Nato-Posten

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Thomas de Maizière: Aussicht auf Nato-Posten

Im Inland hat Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit Problemen zu kämpfen. Möglicherweise steht ihm jedoch eine internationale Karriere bevor: Nach SPIEGEL-Informationen könnte er Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen beerben.

Hamburg - Im Inland hat es Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) derzeit nicht leicht. Beim "Eurofighter" gibt es finanzielle und qualitative Probleme.

Zudem bemängelt der Bundesrechnungshof einen Helikopter-Deal - und dann war da noch die Sache mit dem "Euro Hawk".

Möglicherweise läuft es demnächst wieder besser für ihn - international. Denn im Ringen um die Nachfolge von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen gilt Bundesverteidigungsminister de Maizière nach SPIEGEL-Informationen als aussichtsreichster Kandidat.

In seinem Ministerium, im Kanzleramt und auch im Nato-Hauptquartier wird nicht ausgeschlossen, dass der 59-Jährige nach der Bundestagswahl Anspruch auf den im Sommer 2014 frei werdenden Posten anmeldet.

Zwar haben auch andere Nationen Interesse signalisiert, doch von allen bislang gehandelten Kandidaten hätte der Deutsche die größten Chancen. Der ehemalige polnische Verteidigungs- und jetzige Außenminister Radoslaw Sikorski ist der US-Regierung zu unbequem, der ehemalige italienische Außenminister Franco Frattini gilt als Berlusconi-Mann und ist zudem kein amtierender Ressortchef mehr.

Im Gespräch ist noch der belgische Verteidigungsminister Pieter De Crem, der im Kreise der Nato-Mitgliedsländer als einer der erfahrensten Politiker gilt. Gegen de Maizierè hätte er aber trotzdem keine Chance, auch weil Deutschland der zweitgrößte Beitragszahler nach den USA ist. Der letzte Deutsche, der die Allianz führte, war von 1988 bis 1994 der CDU-Außenpolitiker Manfred Wörner.

Seit August 2009 ist der ehemalige dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen Generalsekretär der Nato. Seine Amtszeit wurde 2012 um ein Jahr verlängert. Der 60-Jährige wollte den Rückzug der Nato-geführten Truppen aus Afghanistan und die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die einheimischen Streitkräfte und Polizisten abschließen.

Nach Angaben der Nato muss der Generalsekretär "ein erfahrener Staatsmann mit hochrangiger politischer Erfahrung in der Regierung eines der Mitgliedsländer" sein.

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