Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Flüchtlinge in Deutschland: De Maizière rügt Kirchenasyl

Innenminister de Maizière: "Als Verfassungsminister lehne ich das Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ab" Zur Großansicht
DPA

Innenminister de Maizière: "Als Verfassungsminister lehne ich das Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ab"

Mehr als 350 von der Abschiebung bedrohte Flüchtlinge genießen in Deutschland Kirchenasyl - zum Ärger von Innenminister de Maizière. Nach SPIEGEL-Informationen kritisierte er die Praxis bei einem Treffen mit katholischen Bischöfen scharf.

Berlin - In der Flüchtlingsdebatte verschärft sich der Ton zwischen Union und katholischer Kirche. Bei einem Treffen des CDU-Präsidiums mit 19 deutschen Bischöfen am Dienstag in Berlin rügte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Kirchenleute nach SPIEGEL-Informationen dafür, dass sie einzelnen Flüchtlingen Unterschlupf gewähren, die von der Abschiebung bedroht sind. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

"Als Verfassungsminister lehne ich das Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ab", sagte de Maizière. Zwar habe er als Christ Verständnis dafür, dass die Kirchen "in Einzelfällen" unter dem Gesichtspunkt des Erbarmens Flüchtlinge aufnehmen würden. Dennoch gehe es nicht, dass sie sich eigenmächtig über bestehende Gesetze hinwegsetzten.

Der in der deutschen Bischofskonferenz für Migration zuständige Hildesheimer Bischof Norbert Trelle hatte das Kirchenasyl bei dem Treff mit CDU-Politikern und Kanzlerin Angela Merkel zuvor als "Ultima Ratio" bezeichnet. Derzeit finden in bundesweit 200 Kirchen mindestens 359 Menschen Zuflucht, darunter 109 Kinder.

(Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Logo SPIEGEL

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

Den digitalen SPIEGEL finden Sie in den Apps für iPhone/iPad, Android, Windows 8, Windows Phone und als Web-App im Browser.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE.

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 62 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
der_durden 30.01.2015
Ich würde Herrn De Maizière ja zustimmen, wenn er in anderen Fragen der staatlichen Säkularität ähnlich konsequent wäre. So lange aber Bischöfe in Teilen aus der Einkommenssteuer bezahlt werden, Krankenhäuser unter kirchlichen Regeln geführt werden, obwohl 90% der Kosten der Staat deckt, die Kirchen eine Sonderbehandlung im Arbeitsrecht haben etc. ist das Gerde verlogen. Lasst uns endlich über den Laizismus in Deutschland reden und ihn konsequent einführen. Dann braucht man den Kirchen auch keine Sonderrechte in Sachen Asyl einräumen, bzw. hätte sich das damit einfach erledigt.
2.
nub 30.01.2015
Wofür steht nochmal das C in CDU/CSU?
3.
hschmitter 30.01.2015
Ach was, da praktiziert die Kirche mal etwas, was man von Parteien mit einem C oder S am Anfang erwarten sollte - und schon ist der Herr eingeschnappt. Möge er sich doch lieber darum kümmern, Grundlagen der Einwanderungspolitik an die Veränderungen der letzetn Jahre anzupassen und nebenbei nochmal darüber nachdenken, inweifern westliche Politik der letzten Jahre mit geholfen hat, die Situation so werden zu lassen wie sie jetzt ist.
4. Die Kirchen
saw10 30.01.2015
sehen sich als Staat im Staate über den Gesetzen stehend und glauben sie können machen was sie wollen ohne dass die staatlichen Organe gesetzesgemäss handeln. Die angebliche Trennung von Staat und Kirche existiert in der Praxis nicht.
5. schwere entscheidung
tubolix 30.01.2015
da wird sich der herr wohl entscheiden müssen, ob er in der politik karriere machen will oder ob er lieber doch christ ist. dem bescheidenen rest hat er aufgezeigt, daß das eine mit dem anderen wohl nicht so recht zusammen geht.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: