Thüringer Landtag Abgeordnete erscheint mit Baby - und wird des Sitzungssaals verwiesen

Ein Säugling im Parlament - geht das? Die Anwesenheit eines Babys führte in Thüringen zur Unterbrechung einer Landtagssitzung.

Madeleine Henfling im Thüringer Landtag
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Madeleine Henfling im Thüringer Landtag


Thüringens Landtagspräsident Christian Carius hat eine Grünen-Abgeordnete des Plenarsaals verwiesen. Der Grund: Madeleine Henfling war mit ihrem wenige Wochen alten Sohn erschienen.

Henflings Fraktionskollegen sowie Abgeordnete der Linken intervenierten gegen die Maßnahme. Daraufhin wurde die Landtagssitzung für etwa eine halbe Stunde unterbrochen und der Ältestenrat zusammengerufen. Für die junge Mutter änderte sich nichts - sie muss der dreitägigen Sitzung weiter fernbleiben, wenn sie darauf besteht, ihren Säugling in den Armen zu halten.

Carius verwies auf die Geschäftsordnung, die Mütter mit Kindern im Plenarsaal nicht vorsehe. Zudem würde er aus Kinderschutzerwägungen jedem Abgeordneten empfehlen, sich um eine Betreuung für sein Kind zu kümmern, sagte Carius, der selbst Vater ist.

Er schloss aber nicht aus, dass die Geschäftsordnung des Landtags unter diesem Aspekt noch zu diskutieren ist. Bei Abstimmungen soll so verfahren werden, dass für die abwesende Grünen-Abgeordnete eine CDU-Abgeordnete auf ihre Stimmabgabe verzichtet, damit die Mehrheitsverhältnisse gewahrt bleiben.

Die bei Angestellten übliche Elternzeit gibt es für Abgeordnete nicht. Bisher gibt es auch keine Kinderbetreuung im Erfurter Landtag.

asa/dpa



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