Thüringen Justizminister räumt Fehler in "Sohnemann-Affäre" ein

Weil sein Sohn nicht versetzt werden sollte, hakte Thüringens Justizminister Lauinger bei den zuständigen Stellen nach. Von Amtsmissbrauch war daraufhin die Rede. Der Politiker gestand nun: "Ja, es war ein Fehler."

Dieter Lauinger
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Dieter Lauinger hatte sich für die Versetzung seines Sohnes starkgemacht. Ein Anruf im Bildungsministerium, dann klärte sich die Sache offenbar. Der Junge durfte in die elfte Klasse. So weit, so gut. Problem nur: Lauinger ist nicht nur Vater, sondern auch Justizminister in Thüringen. Die Angelegenheit hat also ein deutliches Geschmäckle.

Der Fall ist öffentlich längst als "Sohnemann-Affäre" bekannt - und setzt Lauinger unter Druck. Der Vorwurf: Der Grünen-Politiker habe seinen Einfluss als Minister privat ausgenutzt. Das Ministerium wollte seinen Sohn eigentlich nicht versetzen, da er wegen eines Auslandaufenthaltes die obligatorische Prüfung nach der zehnten Klasse verpasst hatte. Bis Lauinger sich meldete.

Zunächst verteidigte sich der Minister. Er habe immer deutlich gemacht, dass er als Vater anrufe. Jetzt räumte er allerdings Fehler ein. Die Tatsache, dass der er sich als Dieter Lauinger im Bildungsministerium gemeldet habe, erwecke "den Anschein einer unzulässigen Einmischung", sagte er am Dienstag vor dem Justiz- und Bildungsausschuss des Landtag. "Ja, es war ein Fehler." Das habe Vertrauen gekostet und er bitte deshalb um Entschuldigung. Er habe lediglich Schaden von seinem Sohn abwenden wollen, sagte der Minister bei der Befragung.

In der Schule seines Sohnes sei ihm gesagt worden, dass er sich an das Ministerium in dieser Angelegenheit wenden solle, so Lauringer. Der Politiker hatte das Telefonat von seinem Ministerium aus geführt. "Gut gedacht, ist nicht immer gut", sagte er nun.

kev/dpa



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