Umstrittener Spitzenbeamter Thüringer Elefantenjäger muss Posten räumen

Erst soll er einen Elefanten mit 20 Schüssen getötet haben, dann brüstete er sich damit vor Kollegen. Nun muss der Thüringer Spitzenbeamte mit den Konsequenzen leben: Umweltminister Reinholz hat seinen Zentralabteilungsleiter Wedekind von seiner Funktion entbunden.


Erfurt/München - Sein Jagdausflug nach Botswana ist dem Thüringer Spitzenbeamten Udo Wedekind zum Verhängnis geworden. Umweltminister Jürgen Reinholz hat den Zentralabteilungsleiter am Montag versetzt.

Weil es in den vergangenen Tagen "ein großes öffentliches Interesse an den privaten Jagdaktivitäten des derzeitigen Zentralabteilungsleiters" gegeben hatte, habe Reinholz den Beamten von seiner Funktion entbunden und ihm eine Aufgabe außerhalb des Ministeriums zugewiesen, teilte ein Pressesprecher mit.

Wedekind hatte Anfang Dezember während eines Urlaubs in Botswana einen Elefantenbullen erschossen. Anschließend brüstete er sich in einer E-Mail an Kollegen mit seinem Jagderfolg. Er verschickte mehrere Fotos, auf denen unter anderem zu sehen ist, wie er hinter dem erlegten Elefanten kniet, das Gewehr in seinen Händen. Auf einem anderen Bild lehnt die Waffe am toten Elefanten, der Beamte hebt seine rechte Hand zum Gruß. Die Jagd sei "körperlich sehr anstrengend" gewesen, heißt es in der E-Mail - aber das Resultat war nach Auffassung von Wedekind mehr als respektabel: "Geschätztes Lebendgewicht: 3 Tonnen. Länge der Stoßzähne außerhalb des Körpers: 72 und 69 cm".

"Meine ganze Bude ist voll von toten und lebenden Tieren"

Dabei dauerte es offenbar sehr lang, bis der Elefant tot war. Mehr als 20 Schüsse soll Wedekind auf das Tier abgegeben haben, bis es endlich erlegt war. Der angeschossene Elefant soll dabei längere Zeit versucht haben zu fliehen.

Die Thüringer Opposition reagierte erbost auf die Berichte über Wedekinds Großwildjagd. Sie forderte Reinholz auf, zu überprüfen, ob der Beamte in seiner Position noch tragbar sei. Diese Prüfung ist nun offenbar zügig abgeschlossen worden - mit bekanntem Ergebnis.

Wedekind selbst hat seinen Jagdtrieb bis zuletzt verteidigt. Der "Thüringischen Landeszeitung" sagte er: "Meine ganze Bude ist voll von toten und lebenden Tieren."

syd

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