CDU-Niederlage in Thüringen Parteikollegen drängen Lieberknecht zum Rückzug

Sie hatte mit der CDU die Wahlen in Thüringen gewonnen, mangels Koalitionspartner kann Christine Lieberknecht aber wohl nicht weiterregieren. Nun üben Parteikollegen Druck auf Lieberknecht aus, den CDU-Landesvorsitz aufzugeben.

Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht: Weniger Rückhalt in der CDU
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Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht: Weniger Rückhalt in der CDU


Weimar - Angesichts der Niederlage der CDU im Thüringer Machtpoker wird in der Landespartei der Ruf nach einem Rückzug der Vorsitzenden laut. "Christine Lieberknecht wäre gut beraten, wenn sie am Sonnabend beim Treffen des Landesvorstands mit den Kreischefs bekanntgeben würde, beim Parteitag am 13. Dezember nicht erneut als Vorsitzende anzutreten", sagte die Vizevorsitzende der Landtagsfraktion Christina Tasch der "Thüringischen Landeszeitung": "Ich sehe Fraktionschef Mike Mohring als neuen CDU-Landesvorsitzenden."

Auch der Landesvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) Gerd Albrech, sprach sich für Mohring an der Spitze der CDU in Thüringen aus. Er wäre "ein guter Parteivorsitzender", sagte er der Zeitung.

Mehr als sieben Wochen nach der Landtagswahl hatten am Mittwoch die Koalitionsverhandlungen für eine Regierung von Linken, SPD und Grünen begonnen. Rot-Rot-Grün würde die seit 24 Jahren andauernde Regierungszeit der CDU in Thüringen beenden. Diese hatte die Wahl zwar gewonnen, ihr fehlt aber ein Koalitionspartner.

Stattdessen könnte der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow, schon Anfang Dezember im Erfurter Landtag von Grünen, SPD und Linken zum Ministerpräsidenten gewählt werden - die CDU wäre dann gemeinsam mit der AfD in der Opposition.

mxw/dpa/AFP



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insgesamt 24 Beiträge
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ernstmoritzarndt 06.11.2014
1. Das übliche Unions - Theater der Selbstdemontage
Die Union demontiert sich wieder einmal selbst. Mit dieser Verhaltensweise ist die Wahl von Ramelow sichergestellt. Wenn die Union zusammenstehen und der eine oder andere Abweichler bei Kommunistisch/sozialdemokratisch - Rot dazukäme, wären deren Pläne nämlich geplatzt.
aurichter 06.11.2014
2. Anpassung
der bereits angedrohten Berichtigung der Frauenquote. Der erste Schritt zurück in's Mittelalter oder besser die erzkotzervatitiven Altherrenriegen zeigen ihre Macht. Hier der erste Schritt, der sich dann auch in der Wirtschaft fortsetzt.
gruenbonz 06.11.2014
3. Sie hat im Vorfeld ihre Optionen vergeigt
indem sie die AfD als Koalitionspartner ablehnte. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Sie sollte deshalb zurücktreten und einem wirklichen Vertreter der Marktwirtschaft Platz machen.
moritz1989 06.11.2014
4.
Naja, die Linkspartei macht das schon. Da muss man einfach mal ganz fest die Daumen drücken. Und sonst bauen sie die Mauer einfach wieder auf, der Großteil steht ja noch verstreut im Land herum. Da wird die Linkspartei schon kreativ bei so viel Unwissen.
Semmelbroesel 06.11.2014
5. Sie glauben doch nicht im Ernst...
Zitat von gruenbonzindem sie die AfD als Koalitionspartner ablehnte. Die Strafe folgte auf dem Fuss. Sie sollte deshalb zurücktreten und einem wirklichen Vertreter der Marktwirtschaft Platz machen.
...dass die AfD über kurz oder lang als Koalitionspartner der CDU infrage kommt? Die Partei, die gerade von der CDU als Hort der Rechtsradikalen ausgemacht wurde? Ich würde sagen, das gäbe noch mehr Proteste als jetzt in Thüringen gegen R2G.
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