Ärger um Brandschutz Toaster-Alarm im Bundestag

Regelmäßig lösen qualmende Toaster in Bundestagsbüros die Brandmelder aus. Ein Vorfall im Januar war anscheinend so schwerwiegend, dass in einem Teil eines Gebäudes die Arbeit unterbrochen werden musste.

Auszug aus Hausmitteilung des Bundestags: Toasten verboten

Auszug aus Hausmitteilung des Bundestags: Toasten verboten


Berlin - Mehr als 8000 Mitarbeiter beschäftigt der Bundestag, ein Großteil des Personals scheint sich an die Hausregeln zu halten. Doch die Achtung der Vorschriften hat eine Grenze: die Liebe zu geröstetem Brot.

Regelmäßig lösen qualmende Toaster in Bundestagsbüros die Rauchmelder aus. Ein Vorfall im Januar war anscheinend so schwerwiegend, dass in einem Teil eines Gebäudes die Arbeit unterbrochen werden musste.

"Anfang des Jahres kam es zum wiederholten Mal durch den unerlaubten Betrieb eines privaten Toasters zur Alarmierung der Feuerwehr und zur Räumung einer Liegenschaft des Deutschen Bundestages", heißt es in einer Hausmitteilung des Parlaments. Verschickt hat sie der Brandschutzbeauftragte des Bundestags, Markus Klose.

Der Chef-Brandschützer spricht darin eine deutliche Warnung aus. Die Vorschriften seien "strikt einzuhalten", es dürften nur die "zugelassenen privaten elektrischen Geräte betrieben werden", schreibt er. Zugelassen seien Wasserkocher oder Kaffeemaschinen, Toaster explizit nicht. Zu groß sei bei vielen Geräten die Gefahr, dass sie Rauchschwaden oder gar Feuer auslösen.

Wer Espresso kocht, soll neben der Maschine stehen

Die Bundestagsverwaltung will sich im Laufe des Montags zu den Einzelheiten äußern. Der Zwischenfall habe sich aber nicht in einem Abgeordnetenbüro ereignet, hieß es im Umfeld der Verwaltung.

Im Intranet des Bundestags zeigt ein Video, wie schnell sich eine offene Flamme durch ein Zimmer fressen kann, in den Gebäuden des Bundestags sind 33.000 Brandmelder installiert. In seinem Brief weist Klose darauf hin, dass privat mitgebrachte Maschinen auf keinen Fall unbeaufsichtigt laufen dürften:

Der Betrieb sei "ständig zu überwachen, um zum Beispiel bei einem eventuellen Entstehungsbrand sofort eingreifen zu können. Dies gilt selbstverständlich auch für alle dienstlichen wärmeerzeugenden Geräte", heißt es weiter. Im Klartext: Wer schon unbedingt während der Arbeitszeit brühen, köcheln oder heizen muss, der soll sich wenigstens in der Nähe des Geräts befinden.

Die praktische Umsetzung dieser Regel dürfte schwer sein, spottet die Grünen-Abgeordnete Tabea Rößner auf Twitter:

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Womöglich wird der Brief des Chef-Brandschützers nicht der letzte seiner Art gewesen sein.

amz



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