Todesnachricht Razzia gegen Möllemann sofort gestoppt

Mit dem Tod Jürgen W. Möllemanns wurden sofort alle strafrechtlichen Ermittlungen gegen seine Person abgebrochen. Die Staatsanwaltschaften stoppten die Razzia umgehend nach der Todesnachricht, sagte Maria Auer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Münster.


Münster - Man könne nur natürliche Personen strafrechtlich verfolgen, die Maßnahmen endeten mit dem Tod, sagte Staatsanwältin Maria Auer. Gegen alle anderen beteiligten Personen werde natürlich weiterhin ermittelt, so Auer.

Zuvor hatten Beamte von Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung bei einer internationalen Razzia Büros und Wohnräume Möllemanns durchsucht. Insgesamt wurden 25 Objekte in vier Ländern durchsucht. Ziel der Razzien waren auch Büros im Düsseldorfer Landtag, das Bundestagsbüro des Politikers, Firmenräume in Düsseldorf und Liechtenstein sowie Bankhäuser. Auch Möllemanns Villa auf Gran Canaria durchkämmten die Beamten.

Im Hintergrund stehen die Ermittlungsverfahren gegen Möllemann und fünf weitere Beschuldigte wegen Verstoßes gegen das Parteiengesetz, Betrugs und Untreue. An der Durchsuchung waren mehr als 100 Beamte beteiligt. Die Ermittler wurden an 13 Orten in Deutschland, Luxemburg, Spanien und Liechtenstein aktiv. Zuvor hatte der Deutsche Bundestag in Berlin die Immunität des Abgeordneten einstimmig aufgehoben. Möllemann war seit seinem Ausscheiden aus der FDP fraktionsloser Abgeordneter.



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