Tote US-Soldaten Flughafen-Attentäter gesteht Anschlag

Er erschoss zwei US-Soldaten und verletzte zwei andere. Nun steht der Todesschütze vom Frankfurter Flughafen vor Gericht. Er gestand die Taten und sagte mit tränenerstickter Stimme: "Ich wollte die Soldaten töten."

Angeklagter Arid U.: Geständnis unter Tränen
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Angeklagter Arid U.: Geständnis unter Tränen


Frankfurt/Main - Der Attentäter vom Frankfurter Flughafen hat den Anschlag auf US-Soldaten gestanden. Der 21-Jährige gab am Mittwoch vor dem Frankfurter Oberlandesgericht zu, am 2. März zwei US-Soldaten erschossen und zwei andere lebensgefährlich verletzt zu haben. "Es trifft zu, was die Anklage mir vorwirft", sagte der im Kosovo geborene Frankfurter. "Ich wollte die Soldaten töten", gestand er.

Es handelte sich um den ersten islamistischen Anschlag mit Toten und Verletzten in Deutschland.

Zum Auftakt des Prozesses vor dem Frankfurter Oberlandesgericht verlas Arid U. einen persönlich verfassten Text. Während der halben Stunde wischte er sich immer wieder Tränen aus dem Gesicht. Kurz nach der Tat sei ihm der Gedanke gekommen, dass diese "totaler Schwachsinn" und "gegen jeden Glauben" gewesen sei. Er entschuldigte sich bei den Opfern und ihren Angehörigen. Er hoffe, dass niemand durch seine Taten zu einem Anschlag angestachelt werde.

Arid U. muss sich wegen zweifachen Mordes und dreifachen Mordversuchs vor dem Staatsschutzsenat verantworten. Als er auf einen fünften Soldaten schießen wollte, versagte seine Pistole. Kurz darauf wurde der auch mit einem Messer bewaffnete Attentäter im Flughafen festgenommen. Ihm droht lebenslange Haft.

Er ist nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft ein Einzeltäter, der sich durch islamistische Propaganda im Internet anstacheln ließ. Die Soldaten habe er nur deshalb töten wollen, weil sie Angehörige der US-Streitkräfte im Rahmen des Isaf-Mandats in Afghanistan waren.

U.s Anwälte betonten in einer Erklärung, ihr Mandant habe zum Zeitpunkt des Anschlags "unter dem Einfluss auch extremer islamistischer Propaganda" gestanden. "Dennoch ist darin allein noch nicht der Anlass für die tödlichen Schüsse zu sehen." Er sei kein Überzeugungstäter.

Auslöser der Tat war nach Darstellung U.s und seiner Verteidiger ein Video im Internet, das er am Abend davor gesehen hatte. Darin wird vermeintlich eine junge muslimische Frau von US-Soldaten vergewaltigt. Die gestellte Szene stammt aus einem amerikanischen Antikriegsfilm und ist nur schemenhaft zu erkennen, U. hielt sie aber für echt. Das Video habe bei ihm "etwas Unerklärliches ausgelöst, was letztlich sein schreckliches Ende im Tod von zwei Menschen fand", so seine Anwälte.

Anfang Juni war Arid U., der die kosovarisch-serbische Staatsangehörigkeit besitzt, von einem Gericht in den USA angeklagt worden. Das amerikanische Tribunal hatte ihn als islamistisch geprägten Einzeltäter eingestuft.

fab/dapd/dpa



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