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Totenschädel-Fotos: Ermittlungen gegen Soldaten eingestellt

Die Staatsanwaltschaft München hat das Ermittlungsverfahren gegen zwei Bundeswehr-Soldaten, die in Afghanistan mit Totenschädeln posiert hatten, eingestellt. Es liege keine strafbare Störung der Totenruhe vor.

München - Der zunächst begründete Anfangsverdacht habe sich nicht bestätigt, erklärte Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl heute. Der Totenkopf und unzählige andere menschliche Knochenteile hätten im Jahr 2003 auf einem lehmigen Gelände gelegen, auf dem die afghanische Bevölkerung seit Jahren schon Lehm für ihre Häuser abbaue. Nur wenn der Totenschädel von einem Friedhof gestammt hätte, "wäre ein dort verübter beschimpfender Unfug strafbar", erklärte Hödl. Eine Ordnungswidrigkeit wegen Belästigung der Allgemeinheit wäre inzwischen verjährt.

Bundeswehrsoldat mit Totenkopf: Die Bilder sorgten Ende Oktober für große Empörung
DDP

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Die Schädel und andere menschliche Knochenteile in dem Gelände stammten vermutlich von sowjetischen Soldaten aus der früheren Besatzungszeit.

Die Veröffentlichung der umstrittenen Fotos hatte weit über Deutschlands Grenzen hinaus für Empörung gesorgt und dem Ansehen der Bundeswehr nach Ansicht von Kritikern erheblichen Schaden zugefügt. Zahlreiche Soldaten waren vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Die Münchner Anklagebehörde hatte lediglich Vorwürfe gegen Soldaten der Mittenwalder Kaserne untersucht, andernorts laufen weitere Ermittlungen.

ler/AP/dpa

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