Trauerfeier für Guido Westerwelle "Du warst streitbar, empfindsam, treu"

Zwei Wochen nach seinem Tod haben sich Familie, Freunde und politische Weggefährten auf einer Trauerfeier in Köln von Guido Westerwelle verabschiedet. Kanzlerin Merkel fand sehr persönliche Worte für den früheren FDP-Chef.


In einem ökumenischen Gottesdienst haben Angehörige, Freunde und Politiker Abschied von Guido Westerwelle genommen. Im Altarraum der Kölner Sankt-Aposteln-Kirche stand ein brauner Holzsarg, ein Porträtfoto zeigte einen lächelnden Westerwelle.

Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker waren zu der Trauerfeier nach Köln gekommen.

Bundeskanzlerin Merkel sagte, die Nachricht von Westerwelles Tod habe sie völlig unvermittelt getroffen. Sie habe nicht glauben wollen, dass es ihm nicht vergönnt sein sollte, sein "zweites Leben nach der Politik" gebührend auszukosten. Sein Tod sei schwer zu akzeptieren und schon gar nicht zu fassen. "Ich persönlich werde dich auch als Menschen und Vertrauten vermissen", sagte Merkel. "Du warst streitbar, empfindsam, nachdenklich, verlässlich, treu. Du wirst sehr fehlen." Deutschland habe einen besonderen Menschen und Politiker verloren.

In seiner Predigt ging Prälat Karl Jüsten, der Westerwelle von klein auf kannte, auch darauf ein, dass der Politiker polarisieren konnte. "Er war für viele eine Identifikationsfigur - und für manche genau das Gegenteil", sagte Jüsten. Westerwelle sei selbstbewusst, vielleicht auch selbstsicher, jedoch auch ein Suchender gewesen: "Er suchte Anerkennung, Liebe und Geborgenheit." Diese habe er vor allem bei seinem Mann Michael Mronz gefunden.

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Guido Westerwelle: Mal schrill, mal still
Während des Gottesdienstes sang Vicky Leandros, eine Freundin des Verstorbenen, eine umgetextete Fassung des Liedes "Ich liebe das Leben".

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Abschied in Köln: Trauerfeier für Guido Westerwelle
Nach dem Gottesdienst sollte der frühere FDP-Vorsitzende und Außenminister auf dem Melaten-Friedhof unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestattet werden. Der an Leukämie erkrankte Westerwelle war am 18. März mit 54 Jahren gestorben.

Video: Zum Tode von Guido Westerwelle

mmq/dpa

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