Uelzen - Peter Struck war ein Sozialdemokrat, der sowohl in seiner eigenen Partei als auch von politischen Gegnern geachtet und geschätzt wurde. Zu der Trauerfeier für den verstorbenen Politiker kamen somit nicht nur Angehörige und Freunde, sondern Spitzenvertreter aller politischen Parteien.
Rund 600 Trauergäste würdigten ihn in seinem Heimatort Uelzen, darunter die beiden Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD). Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück reisten an. Außerdem waren Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und FDP-Generalsekretär Patrick Döring gekommen.
Peter Struck war am 19. Dezember in Berlin mit 69 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er war von 2002 bis 2005 Verteidigungsminister und erwarb sich hohen Respekt bei der Truppe. Auch Strucks Amtsvorgänger Volker Rühe (CDU) und Rudolf Scharping (SPD) kamen zu der Trauerfeier, die mit militärischen Ehren abgehalten wurde. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), der die Bundesregierung vertrat, würdigte seinen großen Einsatz im Amt: "Peter Struck hat sich um unser Vaterland verdient gemacht."
Glatze, Schnauzbart, die Pfeife im Mund und sein Motorrad, das waren Strucks Markenzeichen. Er war 48 Jahre lang SPD-Mitglied, gehörte 29 Jahre dem Bundestag an, davon acht als Fraktionschef der SPD. In der Zeit der Großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) von 2005 bis 2009 sorgte Struck mit Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) dafür, dass das Bündnis brenzlige Situationen überstand und Kompromisse geschmiedet wurden.
Legendär ist das "Strucksche Gesetz", wonach kein Gesetz den Bundestag so verlasse, wie der Entwurf dazu in das Parlament eingebracht wurde. Mit dieser Darstellung hatte Struck einmal die Macht der Abgeordneten gegenüber der Regierung klargestellt. Bis heute berufen sich Parlamentarier immer wieder darauf. Mit seiner Schlagfertigkeit machte Struck in seiner politischen Karriere immer wieder Freund und Feind sprachlos.
Nach seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 wurde es zunächst ruhig um ihn. 2010 übernahm er den Vorsitz der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. Zwei Tage, nachdem er im Dezember in dem Amt bestätigt worden war, starb Struck. Am 24. Januar wäre er 70 Jahre alt geworden.
kgp/dpa/dapd
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