Bundestagswahl: Trittin will Spitzenkandidat der Grünen werden

Es ist eine deutliche Botschaft: Jürgen Trittin will als Spitzenkandidat der Grünen in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. Dem SPIEGEL sagte er: "Ich trete an." Einem Bündnis mit Kanzlerin Merkel erteilte er eine Absage.

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dapd

Fraktionsvorsitzender Trittin: "Ich trete an"

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin hat seine Kandidatur für die Spitzenkandidatur im nächsten Bundestagswahlkampf erklärt. "Ich trete an und möchte einer der beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen sein", sagte er dem SPIEGEL. Trittin weigert sich aber, eine der möglichen weiblichen Spitzenleute Renate Künast, Claudia Roth oder Katrin Göring-Eckardt als Partnerin zu favorisieren: "Mit allen Frauen, über deren Kandidatur bisher spekuliert wird, kann ich gut zusammenarbeiten."

Jede Kandidatin müsse sich aber wie er "einem demokratischen Votum der Partei stellen", etwa durch eine Urwahl. Für diesen Fall schloss er auch sein eigenes Scheitern nicht aus: "Vielleicht will die Partei auch zwei Frauen an der Spitze. Ich bin als Mann nicht gesetzt."

Merkel nicht in der Lage, sich "in der eigenen Koalition durchzusetzen"

Trittin wirbt im SPIEGEL dafür, zur Lösung der Euro-Krise auch massive Finanztransfers Deutschlands in andere europäische Staaten in Kauf zu nehmen. "Wir müssen in die Gemeinschaft Europa investieren, am Ende zum eigenen Nutzen. Wenn wir unseren Wohlstand dauerhaft erhalten wollen, müssen wir die Schuldenkrise in den Griff bekommen", sagte er.

"Aber es gehört zur Wahrheit auch dazu, gerade hier in Deutschland, dass wir aus dieser schwierigen Situation nur rauskommen mit mehr Europa, stärkeren Institutionen und auch höheren Transfers." Wegen der Unterschiede in der Europapolitik erteilt Trittin einem Bündnis der Grünen mit Kanzlerin Angela Merkel nach der Bundestagswahl eine Absage.

"Für eine solche Koalition gibt es keine Basis", sagte er. Merkel sei "in der Europapolitik nicht in der Lage, sich auch nur ansatzweise rechtzeitig in der eigenen Koalition durchzusetzen". Er könne sich "nicht vorstellen, mit einer antieuropäischen Partei wie der CSU eine Regierung zu bilden".

Claudia Roth hatte sich bereits offen um eine Kandidatur beworben. In Umfragen zu einer erfolgreichen Spitzenkandidatur lag Trittin vor seiner Co-Fraktionschefin Renate Künast und den Parteichefs Cem Özdemir und Claudia Roth.

Diese Meldung kommt aus dem neuen SPIEGEL. Hier können Sie das Heft ab Sonntag 8 Uhr kaufen.

han

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  • Samstag, 11.08.2012 – 18:40 Uhr
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Die Geschichte der Grünen
Ende der siebziger Jahre schließen sich Bürgerinitiativen wie die Anti-Atomkraft-Bewegung und Splitterparteien wie "Grüne Liste Umweltschutz", "Grüne Aktion Zukunft" und die "Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher" zusammen. Bei der Europawahl 1979 tritt das Sammelsurium als "Sonstige politische Vereinigung Die Grünen" erstmals zur Wahl an - und holt mit ihren Spitzenkandidaten Petra Kelly und Herbert Gruhl immerhin 3,2 Prozent der Stimmen. Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen gelingt der Formation am 7. Oktober 1979 mit 5,1 Prozent der Einzug in das erste Länderparlament.





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