Tröten beim Zapfenstreich Bellevue beschwert sich über Vuvuzela-Demo

Mit Sprechchören und Vuvuzelas hatten Hunderte Demonstranten gegen Ex-Bundespräsident Wulff protestiert: Beim feierlichen Zapfenstreich verging kaum eine Minute ohne penetranten Lärm. Jetzt zieht das Bundespräsidialamt Konsequenzen - und erwägt, in Zukunft die Sicherheitsstandards zu erhöhen.

Polizeieinsatz bei Vuvuzela-Protest: Zapfenstreich-Aktion könnte Konsequenzen haben
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Polizeieinsatz bei Vuvuzela-Protest: Zapfenstreich-Aktion könnte Konsequenzen haben


Berlin - Einen Tag nach dem feierlichen Zapfenstreich für Ex-Bundespräsident Christian Wulff legen die Behörden ihre Auswertung des Donnerstagabends vor - denn die Zeremonie war nicht ganz störungsfrei über die Bühne gegangen. Nach Angaben der Polizei waren während des Zapfenstreichs fünf Demonstranten vorübergehend festgenommen worden.

Sie hatten sich geweigert, ihre Vuvuzela-Tröten und Trillerpfeifen abzugeben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Gegen die Störer werde nun unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt. Zeitweise waren bis zu 700 Demonstranten am Schloss Bellevue anwesend.

Ein Polizeisprecher sagte zudem, das Bundespräsidialamt habe noch am Donnerstagabend bei der Polizei offiziell Beschwerde über den Krach eingelegt.

Dazu hieß es am Freitag aus dem Bundespräsidialamt: "So wie Bürgerinnen und Bürger ungestört ihre Meinung bei Kundgebungen und Demonstrationen kundtun sollen, sollten auch Veranstaltungen am Sitz des Bundespräsidenten ungestört stattfinden können. Aus dieser Perspektive könnte das Sicherheitskonzept der Polizei vom gestrigen Abend noch einmal nachbetrachtet werden." Die Polizei will den Einsatz nun - wie jeden anderen auch - kritisch unter die Lupe nehmen.

Viele Demonstranten hatten während des Zapfenstreichs Trillerpfeifen und Vuvuzelas dabei - und auch lautstark eingesetzt. Immer wieder skandierten sie "Schäm dich" und "Schande". Obwohl das Schloss weiträumig abgesperrt war, waren die Proteste auf dem Festgelände nicht zu überhören. Anfangs seien nur 20 Teilnehmer für die Demo angemeldet gewesen, sagte der Polizeisprecher. Nach Aufrufen über das Internet kamen allerdings deutlich mehr.

Bereits in den letzten Monaten von Wulffs Amtszeit waren mehrmals hunderte Demonstranten vor das Schloss Bellevue gezogen. Unter anderem forderten sie mit hochgehaltenen Schuhen seinen Rücktritt. In der muslimischen Kultur ist das ein Zeichen höchster Verachtung.

amz/dpa

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Seite 1
sugar1 09.03.2012
1. Braunschweiger Megafongesetz
Zitat von sysopREUTERSMit Sprechchören und Vuvuzelas hatten Hunderte Demonstranten gegen Ex-Bundespräsident Wulff protestiert: Beim feierlichen Zapfenstreich verging kaum eine Minute ohne penetranten Lärm. Jetzt zieht das Bundespräsidialamt Konsequenzen - und erwägt, in Zukunft die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Tröten beim Zapfenstreich: Bellevue beschwert sich*über*Vuvuzela-Demo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,820452,00.html)
Vuvuzelas sind Megafonen gleichzusetzen. In Braunschweig müssen mindestens 50 aktive Zuhörer zuhören.^^ Die Demonstrantenschar war ungleich größer. Die Beschlagnahmungen waren klarer Rechtsbruch und das Staatsfernsehen hat mit ensprechenden russischen Toneinstellungen Folge geleistet. Die Bananenrepublik driftet ab.
Flari 09.03.2012
2.
Man könnte solche Veranstaltungen evtl. demnächst nach Heiligendamm verlegen. Nach Hotelauskunft ist es dort verdammt ruhig...
dr. kaos 09.03.2012
3. So so, Bellevue beschwert sich...
Zitat von sysopREUTERSMit Sprechchören und Vuvuzelas hatten Hunderte Demonstranten gegen Ex-Bundespräsident Wulff protestiert: Beim feierlichen Zapfenstreich verging kaum eine Minute ohne penetranten Lärm. Jetzt zieht das Bundespräsidialamt Konsequenzen - und erwägt, in Zukunft die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Tröten beim Zapfenstreich: Bellevue beschwert sich*über*Vuvuzela-Demo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,820452,00.html)
Es ist den feinen Herren wohl unangenehm, das das Pöbel sich über einen der desaströsesten Bundespräsidenten der BRD echauffiert. Bisher ist KEIN BuPrä auf Grund staatsanwältlicher Ermittlungen gezwungen gewesen, sein Amt aufzugeben. Dies dann als 'politischen Grund' für den Rücktrittzu verkaufen und völlig abgehoben noch Apanage und BMA (Büro Mitarbeiter Auto) zu verlangen zeugt von geradezu verhöhnender Missachtung des Volkswillens. Mir tun eigentlich nur die Soldaten leid, die diese Blamage aktiv mitgestalten mussten.
vask 09.03.2012
4.
Was für ein Brett vor dem Kopf muss man eigentlich haben, um nicht zu erkennen, wo hier das eigentliche Problem lag? Brauch es da wirklich eine Analyse? Das wird ihnen fast jeder deutsche Bürger erklären können. Gab es das bei bisherigen Präsidenten? Wäre mir zumindest nicht bekannt. Ich bin auch recht optimistisch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das beim nächsten Präsidenten noch einmal passiert, relativ gering ist. Mit Mistgabeln und Fackeln hätte man ihn zu anderen Zeiten davongejagt, nicht ihm noch ein Ständchen gespielt.
rohanseat 09.03.2012
5. Wer ist das amtß
Zitat von sysopREUTERSMit Sprechchören und Vuvuzelas hatten Hunderte Demonstranten gegen Ex-Bundespräsident Wulff protestiert: Beim feierlichen Zapfenstreich verging kaum eine Minute ohne penetranten Lärm. Jetzt zieht das Bundespräsidialamt Konsequenzen - und erwägt, in Zukunft die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Tröten beim Zapfenstreich: Bellevue beschwert sich*über*Vuvuzela-Demo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,820452,00.html)
die leute im bundes präsidial amt haben wohl auch nicht begriffen das der bürger rechte hat.-Ein so unwürdiger mann der in das amt gehievt wurde hat nichts anderes verdient als mit schimpf und schande verabschiedet zu werden.Dafür sind selbst vuvuzela noch zu gut-Deutschland hat besseres verdient und auch beamte mit gehirn dei begreifen das sie keines monarchen lakaien sind. --Bleibt zu hoffen das all die stall gefährten des "herrn" Wulff den laufpaß bekommen und degradiert werden.Dazu mein größter wunsch: des Wulffen bild nie wieder zu sehen.
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