Trotz blutiger Unruhen: Bundeswehr schult jemenitische Offiziere
Der Jemen steht am Rande eines Bürgerkriegs, Soldaten und Aufständische liefern sich immer wieder blutige Gefechte. Trotzdem bildet die Bundeswehr SPIEGEL-Informationen zufolge weiterhin Offiziere für die Armee des Landes aus.
Unbeeindruckt von Chaos und Gewalt kooperiert die Bundeswehr weiter mit der Armee im Jemen. Im Rahmen der "Militärischen Ausbildungshilfe" werden derzeit vier Offiziere, fünf Sanitäter beziehungsweise Ärzte sowie ein Generalstabsoffizier aus dem arabischen Land ausgebildet. Das hat Thomas Kossendey (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, dem zuständigen Bundestagsausschuss mitgeteilt, berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe.
In seinem Schreiben rechtfertigte er die Ausbildungshilfe mit dem Interesse, "Stabilität und Krisenvorsorge" zu fördern. Der grüne Verteidigungspolitiker Omid Nouripour wirft der Bundesregierung vor, nicht angemessen zu reagieren: "Deutschland bildet weiterhin Militärs aus, die im Zweifelsfall auf das eigene Volk schießen werden."
Im Jemen flammen seit Ende Januar immer wieder gewalttätige Konflikte auf, seit überwiegend sehr junge Demonstranten eine Protestbewegung zum Sturz von Präsident Ali Abdullah Salih ins Leben gerufen hatten. Sie fordern, dass der seit 1978 amtierende Präsident vor Gericht gestellt wird. In der vergangenen Woche war es in mehreren Städten des Landes zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Protestbewegung und der Republikanischen Garde gekommen, die loyal zum Präsidenten steht.
Salih war am 2. Juni durch einen Anschlag auf eine Moschee neben seiner Residenz schwer verletzt worden. Kurz darauf war er zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien ausgeflogen worden. Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi übernahm vorübergehend die Amtsgeschäfte. Salih beharrt jedoch bislang darauf, dass er als Präsident in den Jemen zurückkehren will. Ein Vertreter der Regierungspartei kündigte am Freitag an, Salih werde innerhalb der nächsten Tage wieder in den Jemen kommen.
In einer am Samstag eingereichten Petition forderten mehr als hundert einflussreiche Stammesführer und Geistliche den Rücktritt des Machthabers und Neuwahlen innerhalb von 60 Tagen. Ein Teil der Opposition wäre auch bereit, Salih Straffreiheit zuzusichern, falls er auf sein seit 32 Jahren ausgeübtes Amt verzichten sollte.
mak/dpa
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Plötzlich und erwartet
Nachruf auf eine gemeinsame Währung
Fläche: 536.869 km²
Bevölkerung: 24,053 Mio.
Hauptstadt: Sanaa
Staatsoberhaupt:
Abd Rabbuh Mansur al-Hadi
Regierungschef: Mohammed Basindawa
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