Tsunami-Katastrophe: Kabinett beschließt 500 Millionen Euro Hilfe für Flutopfer

Bundeskanzler Schröder hat mitgeteilt, Deutschland werde über die Soforthilfe hinaus den Katastrophengebieten in Südostasien über die nächsten Jahre 500 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Mit dem Geld solle vor allem die Trinkwasserversorgung wieder hergestellt werden.

Wieczorek-Zeul, Fischer und Schröder: Deutschland steht an der Spitze der internationalen Hilfszusagen
AP

Wieczorek-Zeul, Fischer und Schröder: Deutschland steht an der Spitze der internationalen Hilfszusagen

Berlin - Bisher hatte die Bundesregierung Soforthilfe in einer Höhe von 20 Millionen Euro zugesagt. Nach einer Sondersitzung des Kabinetts sagte Gerhard Schröder (SPD), mit den Geldern solle unter anderem die Trinkwasserversorgung in den Katastrophengebieten und die gesundheitliche Versorgung der Menschen sichergestellt werden. Zudem gehe es um einen Wiederaufbau von Schulen.

Dies sei auch mit Finanzminister Hans Eichel (SPD) abgesprochen worden. Das Geld werde in einem Zeitraum von maximal fünf Jahren bereitgestellt. Aufgebracht werden soll das Geld in diesem Jahr im normalen Haushaltsvollzug und in den folgenden Jahren im Zuge der normalen Haushaltsaufstellung.

Mit der Summe, die etwa zwei Promille des Bundeshaushalts eines Jahres entspricht, steht Deutschland an der Spitze der internationalen Hilfszusagen von Regierungen, vor Japan (367 Millionen Euro) und den USA (257 Millionen Euro).

Schröder sprach von der größten Naturkatastrophe der jüngeren Menschheitsgeschichte und dankte den Deutschen für die einzigartige Spendenbereitschaft. In den Dank schloss er die Angehörigen von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen ein. Sie hätten unter unglaublich schwierigen Umständen Soforthilfe in den Katastrophengebieten geleistet. Auch den Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes im Krisenstab und vor Ort dankte der Kanzler.

Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) gab an, unter den Toten seien bisher 60 Deutsche identifiziert worden: 46 in Thailand, 14 in Sri Lanka. Es würden weiterhin keine Listen mit den Namen der Toten oder Vermissten erstellt, sagte Fischer.

In den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern werden rund 1000 Deutsche vermisst. Die Vereinten Nationen befürchten mittlerweile, dass die Zahl der Opfer in der gesamten Region auf bis zu 200.000 ansteigen könnte. Vor allem im Norden Sumatras sei die Lage unübersehbar. Zum Gedenken an die Opfer findet am 20. Januar im Bundestag ein zentraler Staatsakt statt.

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