SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

25. Juli 2017, 16:35 Uhr

SPON-Umfrage

92 Prozent der Deutschen wollen Türkei im Urlaub meiden

Ferien in der Türkei? Für die meisten Deutschen ist das derzeit undenkbar, zeigt der SPON-Wahltrend. In der Sonntagsfrage legt die Union zu, Schwarz-Gelb ist möglich, die SPD kann nicht aufholen.

92 Prozent der Deutschen können sich angesichts der aktuellen politischen Situation nicht vorstellen, in die Türkei zu reisen. Das geht aus dem repräsentativen SPON-Wahltrend in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey hervor.

79,8 Prozent der Befragten geben demnach an, dass sie sich einen Türkei-Urlaub derzeit "auf keinen Fall" vorstellen können. 12,2 Prozent beantworteten die Frage mit "eher nein". Für lediglich 6,4 Prozent kommt es trotz der aktuellen politischen Lage in Frage, die Ferien in der Türkei zu verbringen.

Auch wenn die deutliche Mehrheit der Befragten sich in der Frage einig ist - in den einzelnen Altersgruppen lassen sich leichte Unterschiede erkennen: Unter-50-Jährige können sich das etwas eher vorstellen als die älteren Befragten.

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche die Reisehinweise des Auswärtigen Amts für die Türkei verschärft. Anders als bislang richten sie sich nicht nur an bestimmte Gruppen, sondern wurden auf alle Deutschen ausgeweitet, die das Land besuchen. Türkei-Reisenden wird zudem empfohlen, sich bei der Botschaft oder Konsulaten registrieren zu lassen. (Lesen Sie hier mehr über die geänderten Reisehinweise.)

Der Rückhalt in der Bevölkerung für den Schritt der Bundesregierung ist bei den Anhängern aller Parteien groß: 94,4 Prozent der Befragten finden diese Entscheidung richtig. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte die Verschärfung der Reisehinweise als alternativlos bezeichnet.

Die SPONtagsfrage: Welche Partei würden Sie wählen? So haben Sie abgestimmt.

Die SPD kann nicht von den jüngsten Wahlkampfversprechen ihres Spitzenkandidaten profitieren. Martin Schulz hatte in der vergangenen Woche eine staatliche Investitionspflicht und höhere Ausgaben für Infrastruktur in Aussicht gestellt. Obwohl die Mehrheit der Deutschen findet, dass der Staat in diesem Punkt zu wenig tut, legte die SPD im Vergleich zur Vorwoche nur leicht um 0,8 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent zu.

Den Sozialdemokraten gelingt es so auch in dieser Woche nicht, den Abstand auf die Union zu verringern - im Gegenteil: CDU und CSU verbessern ihr Vorwochenergebnis um 2,4 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent. Da die FDP ihr Vorwochenergebnis halten kann, würde es in dieser Woche für eine schwarz-gelbe Koalition reichen: Gemeinsam kämen die Parteien auf 49 Prozent der Stimmen.

Anders als die Liberalen müssen Grüne und Linke in dieser Woche leichte Verluste hinnehmen. Beide Parteien verlieren 0,9 Prozentpunkte. Die AfD sackt um 1,7 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent der Stimmen ab. Der SPD bliebe somit für eine Regierungsbeteiligung nur die Rolle des Juniorpartners in einer Großen Koalition.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 18. bis 25. Juli 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 10.000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

Im Wahljahr befragen SPIEGEL ONLINE und Civey regelmäßig Leserinnen und Leser zu aktuellen politischen Themen. Stimmen Sie hier ab - den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben.

brk

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH