Protest gegen Waffenexporte Prokurdische Demonstranten stören Regierungspressekonferenz

Sie skandierten "Deutsche Panzer raus aus Kurdistan" und hielten Transparente hoch: Prokurdische Protestierende haben bei der Bundespressekonferenz Waffenexporte kritisiert.

  Protest bei Bundespressekonferenz
BILAN/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Protest bei Bundespressekonferenz


Fünf teils vermummte prokurdische Demonstranten haben die Bundespressekonferenz in Berlin unterbrochen. Sie riefen "Deutsche Panzer raus aus Kurdistan" und "Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt".

Die Demonstranten hielten eine Fahne der kurdischen Miliz YPG hoch und forderten auf einem Transparent unter anderem "Waffenexport stoppen". Nach kurzer Zeit verließen sie den Saal im Haus der Bundespressekonferenz, in dem Sprecher regelmäßig Fragen von Journalisten beantworten. Die Konferenzleitung hatte zuvor gesagt, der Sicherheitsdienst sei unterwegs und die Polizei informiert.

Bei der umstrittenen türkischen Militäroffensive in Nordsyrien gegen die YPG kommen Bildern zufolge auch Panzer vom Typ "Leopard 2A4" aus deutscher Produktion zum Einsatz. Bereits am Freitag hatten prokurdische Demonstranten in Hamburg eine Veranstaltung mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) gestört.

Als Reaktion auf die Syrien-Offensive der Türkei hat die Bundesregierung die Entscheidung über eine Nachrüstung türkischer "Leopard 2"-Kampfpanzer vergangene Woche aufgeschoben. Erst eine neue Regierung, die voraussichtlich vor Ostern gebildet wird, soll darüber entscheiden.



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cte/dpa



insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
abc. 29.01.2018
1. Waffenexport und Waffenexport
Ich nehme an, diese Leute haben nur gegen ihnen unliebsame Waffenexporte demonstriert, nicht etwa gegen die Waffen mit denen Dt. einige der dortigen Kurdenverbände ausgestattet hat? Waffenexport und Waffenexport sind scheinbar nicht das selbe.
hausfeen 29.01.2018
2. Das würden Sie doch auch so sehen, wenn Ihr Haus von ...
Zitat von abc.Ich nehme an, diese Leute haben nur gegen ihnen unliebsame Waffenexporte demonstriert, nicht etwa gegen die Waffen mit denen Dt. einige der dortigen Kurdenverbände ausgestattet hat? Waffenexport und Waffenexport sind scheinbar nicht das selbe.
... Haubitzen einer fremden Macht bedroht oder gar beschossen würde! Oder etwa nicht?
caty24 29.01.2018
3. Kinder
Unsere gewählten Herrschaften,sollten sich für die friedlichen Kurden einsetzen und Erdogan stoppen,oder ist das zu viel verlangt. Es gibt Gerüchte,dass mehrere Kinder durch Napalm Einsätze starben.
karl-ecker 29.01.2018
4. Wer schonmal eine Kurdendemonstration gesehen hat
wie zum Beispiel ich 1998 in Saarbrücken, durch die Hauptstrasse der Stadt wie ein Heer aufgestellt, marschierend, der weiß, was für ein eierloser Staat die Bundesrepublik ist. In jedem anderen Land, auch in volldemokratischen, wäre die Armee eingesetzt worden und hätte die ungenehmigte Demonstration aufgelöst. Sollte sie wirklich genehmigt gewesen sein, darf davon ausgegangen werden, dass unfähigstes Personal in der Spitze dieses Land fungiert. Es müssen also auch keine Millionen neue Schutzsuchende ins Land gewunken werden, um den Machtlosen(ausser das eigene Volk zu schikanieren) zu zeigen, dass sie nichts auf,m Kasten haben. Niemand lässt sich so etwas bieten, nur Merkel, VDL, und früher Kohl. Die Letzten der letzten.
capote 29.01.2018
5.
Die mehr als fragwürdige deutsche Aussen- und Waffenexportpolitik fällt der Regierung einmal mehr auf die Füsse. Dass wir Deutschen an vielen Stellen der Welt mit Kriegspartei sind, lässt sich nicht überall unterdrücken, die eigene Bevölkerung bekommt doch sporadisch immer wieder davon etwas mit.
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