Hamburg - Patrick Döring legt als designierter FDP-Generalsekretär alles andere als einen souveränen Start hin. Kurz nach seiner Ernennung musste er sich wegen eines abgefahrenen Außenspiegels nebst Fahrerflucht erklären. Nun widmet sich das Magazin "Stern" dem Politiker in einem Porträt - und Döring plaudert prompt aus dem parteiinternen Nähkästchen.
Im Gespräch mit dem Magazin bezeichnet sich Döring selbst als "Freund klarer Worte". Und legt sofort mit seiner Sicht auf Parteichef Philipp Rösler los: "Das Jeder-gegen-Jeden ist mir auch zuwider, und ihm noch mehr, weil er kein Kämpfer ist, sondern ein Wegmoderierer", sagt Döring über Rösler und dessen Umgang mit den parteiinternen Machtkämpfen der vergangenen Monate.
Wie sehr dem Parteichef diese Querelen auch persönlich zugesetzt haben, schildert Döring in bemerkenswerter Offenheit. Rösler sei "dünnhäutig gewesen", habe sich schlecht gefühlt. Beide kennen sich schon lange - und konnten sich, so Döring, "immer aufeinander verlassen".
Nachdem die Passagen am Mittwoch bekannt wurden, relativierte der FDP-General seine Äußerungen. Der "Stuttgarter Zeitung" sagte Döring: "Ich habe da nichts anderes gesagt als zuvor auch: Wir haben in der FDP-Führung unterschiedliche Temperamente, Stile und Tonalitäten. Und das ist gerade gut so." Rösler sei "ein hervorragender Vorsitzender, aber vom Stil her eben kein Raufbold, sondern in erster Linie Stratege, auch Motivator und Moderator". Das sei seine Stärke.
Auch gegen seine Äußerungen im über Vorgänger Christian Lindner versuchte Döring zu entschärfen. Im "Stern" warf er Lindner vor, vom Amt des Generalsekretärs nur zurückgetreten zu sein, um zügig FDP-Chef werden zu können. "Er hat geglaubt, dass die Lage (...) so instabil ist, dass Philipp Rösler zurücktreten muss und dass die Partei ihn, den großen Intellektuellen, dann ruft", sagte Döring.
Lindners Abgang "haben alle brandbeschleunigend empfunden, auch die ihm menschlich näher stehen", fügte der Generalsekretär hinzu. Ohnehin habe Lindner "nie eine politische Schlacht schlagen müssen". Ihm sei "alles zugeflogen, noch mehr als Philipp alles zugeflogen ist".
Döring bestritt allerdings diese Darstellung im Magazin "Stern". Er habe lediglich verschiedene Motive für Lindners Rücktritt darlegen wollen, die in der Partei diskutiert würden. "Ich habe mir aber ausdrücklich keine der verschiedenen Deutungen zu eigen gemacht." Weshalb sein Vorgänger im Amt des Generalsekretärs gegangen sei, "weiß nur Christian Lindner allein".
Döring hatte Lindner am 14. Dezember 2011 als Generalsekretär der Liberalen abgelöst.
jok/fab/dapd/dpa
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