+++ Newsblog zum TV-Duell +++ Umfrage sieht Merkel vorne

Die ersten Umfrageergebnisse liegen vor: Laut ARD fand die Mehrheit der Befragten Angela Merkel überzeugender als Martin Schulz. Beim ZDF ist der Abstand allerdings gering. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Mit und


Angela Merkel oder Martin Schulz: Wer regiert Deutschland nach der Bundestagswahl? Am heutigen Sonntagabend sind die Amtsinhaberin von der CDU und ihr SPD-Herausforderer zum einzigen TV-Duell im Wahlkampf zusammengekommen. Die Entwicklungen des Abends.
Moderator Claus Strunz hat während des TV-Duells von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz im Netz viel Häme geerntet. Bis zum Ende der Sendung gab es auf Twitter mehrere Tausend Nachrichten zu dem Sat.1-Moderator. Schon am Anfang der Live-Übertragung musste sich Strunz von Schulz korrigieren lassen: Er hatte den SPD-Chef mit einer Flüchtlingsaussage verkürzt zitiert. Später fragte Strunz Kanzlerin Merkel und Schulz, ob sie es gut fänden, dass die Fußball-WM 2022 in Katar stattfindet. "Echt jetzt, Strunz fragt wirklich nach der WM in Katar?", schrieb Linke-Parteichef Bernd Riexinger auf Twitter.
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wünscht sich nach dem TV-Duell mit Angela Merkel ein weiteres Aufeinandertreffen mit der Kanzlerin. "Ein zweites Duell wäre sicher sinnvoll gewesen", sagte er im Anschluss an die anderthalbstündige Debatte. Er bedauere, dass verschiedene Themen zu kurz gekommen seien. "Wir haben ganz wenig über die Digitalisierung diskutiert und Zukunftsfragen. "Insgesamt hab ich den Eindruck, dass es ein faires Duell war."
Im ZDF ist der Unterschied jedoch deutlich geringer. Hier sind den Angaben zufolge 32 Prozent der Befragten der Meinung, Merkel habe sich besser geschlagen. 29 Prozent sehen Schulz als Gewinner.
Mittlerweile gibt es auch Umfragen, die sich auf das gesamte Duell beziehen. Laut ARD fanden demnach 55 Prozent Angela Merkel überzeugender, Martin Schulz nur 35 - ein klarer Sieg für die Amtsinhaberin.

Das war ja irgendwie zu erwarten: Beide Parteien erklären ihren Kandidaten zum Sieger des TV-Duells:
Der Wahlkampf wird von vielen Beobachtern schon seit Wochen als zu langweilig kritisiert: Das TV-Duell war aus Sicht von Moderator Thomas Gottschalk da keine Ausnahme: Dass es kein Unterhaltungsfeuerwerk werden würde, habe er gewusst. "Aber es war ja nicht mal ein Feuerwerk", sagte Gottschalk.
Natürlich hat auch die Opposition das TV-Duell verfolgt - und fällt ein hartes Urteil: "Über 60 Minuten TV-Duell. Nix zu Klima, nix zu Bildung, nix zu Digitalisierung", twitterte Grünen-Chef Cem Özdemir. "Wann geht's eigentlich mal um die Zukunft", kritisierte Linkspartei-Chef Bernd Riexinger.
Eine ZDF-Umfrage sah Merkel ebenfalls zur Halbzeit des Gesprächs vorne. Demnach erhielt sie 33 Prozent Zustimmung. Schulz kam auf 24 Prozent. 43 Prozent der Befragten waren unentschieden.
Eine ZDF-Umfrage sah Merkel ebenfalls zur Halbzeit des Gesprächs vorne. Demnach erhielt sie 33 Prozent Zustimmung. Schulz kam auf 24 Prozent. 43 Prozent der Befragten waren unentschieden.
Schulz bemühte sich, die Kanzlerin immer wieder zu attackieren - vor allem mit scharfen Formulierungen in der Türkei- und Flüchtlingspolitik. Bei der Koalitionsfrage etwa blieb er jedoch vage.
Der erste Eindruck: Merkel hat sich besser geschlagen als bei den vergangenen TV-Duellen. Mehrfach ließ sie Schulz ins Leere laufen. Laut infratest dimap fanden zur Halbzeit des Gesprächs 44 Prozent der Befragten Merkel überzeugender, ihren Konkurrenten nur 32 Prozent.
Die Sendung ist vorüber, der letzte Satz, der aus dem Studio zu hören ist, kommt von Peter Kloeppel - eine Spitze gegen Merkel: "Wir hätten nächsten Sonntag auch Zeit für ein zweites Duell." Die Kanzlerin hatte sich einer zweiten Sendung verweigert.
In ihrem Schlussstatement geht die Kanzlerin auf die Herausforderungen in den kommenden Jahren ein. Ins Zentrum stellt sie dabei vor allem das Thema der Digitalisierung, aber auch den Zusammenhalt im Land. Für letzteren Punkt möchte sie sich besonders einsetzen. Ihre Sätze erinnern irgendwie an den Slogan aus dem Wahlkampf von 2013. Damals warb sie mit: "Sie kennen mich".
Schulz betont, "wir leben in einer Zeit des Umbruchs". Es gelte nun, die Zukunft nicht nur zu verwalten.
Schulz will eine Koalition mit den Linken nicht ausschließen. Einer entsprechenden Frage weicht er aus. Jetzt folgen die Schlussstatements.
Wenig überraschend: Angela Merkel schließt Koalition mit AfD und Linken aus. Und fordert das auch von ihrem SPD-Herausforderer.
Die Kanzlerin will die Sicherheitsstandards in allen Bundesländern verbessern. Alle Polizisten in Deutschland sollten die gleiche Ausrüstung haben - "ein Musterpolizeigesetz".
Justizminister Heiko Maas war ja schon Thema dieses Duells. Jetzt reagiert er selbst:
Schulz versucht es mit Blick auf den Terrorismus noch einmal als Law-and-Order-Mann: Wer beim Asylrecht betrüge, "der muss hier raus".
Im März 2017 wurden 602 Islamisten von den deutschen Sicherheitsbehörden als Gefährder eingestuft.
Laut BKA ist die Zahl mittlerweile auf fast 690 Gefährder gestiegen
Die Terrorgefahr sei eine "Geißel", sagt Merkel. Aber man dürfe sich davon nicht einschüchtern lassen. Im Fall des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri seien Fehler gemacht worden. "Wir haben daraus gelernt."
Auf die Frage, ob er mit der SPD als Juniorpartner in eine Regierung gehen werde, antwortet Schulz erwartungsgemäß ausweichend. Er trete an, um Kanzler zu werden.
Martin Schulz will auch im Fall einer Wahlniederlage SPD-Chef bleiben.
Schulz verteidigt jetzt Gerhard Schröder. Dieser habe sich um die Bundesrepublik große Verdienste erworben. Sein Engagement für den russischen Konzern "Rosneft" verurteilt er dagegen: "Ich bin der Meinung, dass er das nicht tun sollte."
Nun geht es in eine kleine Fragerunde...
Schulz wendet sich gegen eine Senkung der Mehrwertsteuer: Sollte man diese etwa bei Butter senken, würden die Discounter die Preise nicht senken, sondern das Geld einfach "einsacken".
Natürlich geht es vor einer Wahl auch immer um kleine Wahlgeschenke: Steuerzahler und Unternehmer sollen jährlich um 15 Milliarden Euro entlastet werden, rechnet die Kanzlerin vor.
Anweisung aus dem TV-Studio: Heiko Maas muss morgen mit Merkel über die Musterfeststellungsklage für Autokäufer zu sprechen. "Er schaut bestimmt zu", sagt Schulz.
Geht Merkel nicht hart genug mit den Automobilherstellern um? "Da ist betrogen worden", sagt Merkel. Von Zurückhaltung ihrerseits könne also keine Rede sein. "Ich bin stocksauer."
Zur Bedeutung der deutschen Automobilindustrie: Sie ist mit ihren rund 800.000 Arbeitsplätzen und über 450 Milliarden Euro Umsatz eine der Schlüsselindustrien des Landes.
Zwischenstand: Bisher haben sowohl Merkel als auch Schulz etwa 28 Minuten geredet.
Nun geht es um die Dieselaffäre. Merkel stellt klar: Wir brauchen noch Jahrzehnte Verbrennungsmotoren. Werden die Kunden entschädigt, will Moderator Peter Klöppel wissen. Die Kanzlerin laviert, verweist auf die Rechtslage.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr Parteifreund Thomas Oppermann, Chef der SPD-Fraktion, verfolgen das Duell in den Fernsehstudios in Adlershof. (Foto: dpa)
 
 
Zum Thema Diesel: Rund 15 Millionen Diesel-PKW sind in Deutschland zugelassen.
Jetzt attackiert Schulz auch die Linke: Die Pkw-Maut sei nur durch ein Abkommen zwischen CSU und Linken-Ministerpräsident Bodo Ramelow im Bundesrat zustande gekommen.
Merkel wendet sich gegen die Rente mit 70 - und erntet Lob von Schulz: "Frau Merkel, à la bonne heure. Ganz toll."
"Wir sind froh, dass wir keine fünf Millionen Arbeitslose mehr haben, sondern nur noch 2,5 Millionen." In diesem Fall kann die Kanzlerin punkten, schließlich fällt der Rückgang der Arbeitslosigkeit in ihre Regierungszeit. Sie wolle sich demnächst verstärkt den Langzeitarbeitslosen widmen.
Jetzt geht es um soziale Gerechtigkeit. Maischberger betont die gute wirtschaftliche Lage und fragt Schulz, ob er in einem anderen Land lebe, wenn er die Situation kritisiert. Der SPD-Kandidat entgegnet, es gebe immer noch Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigung - und er betont, es müsse bei der Rente etwas getan werden.
Die Kanzlerin will im Konflikt mit Nordkorea eine "friedliche, diplomatische Lösung" und keine militärische Auseinandersetzung. Darüber wolle sie auch mit US-Präsident Donald Trump reden.
Merkel legt in Sachen Türkei nochmal nach, dabei geht es nun eigentlich um Trump. Offenbar will sie Schulz in dem Bereich nicht das Feld überlassen. "Da ist klare Kante gefragt", sagt die Kanzlerin.
Jetzt geht es um Donald Trump: Deutschland müsse sich etwa mit den Gegnern des US-Präsidenten in Washington, mit den "mexikanischen Freunden", mit Kanada, mit den Partnern in der Europäischen Union zusammenschließen, um gegen Trump vorzugehen.
Schulz: "Ich bin entschieden anderer Auffassung, was den Umgang mit Herrn Erdogan betrifft." Die einzige Antwort, die der türkische Präsident verstehe, laute: "Jetzt ist Schluss." Heißt: Keine weiteren Zahlungen, Abbruch der Beitrittsverhandlungen. Das Flüchtlingsabkommen dürfe man jedoch nicht aufkündigen.
Was wird aus den EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei? Diese seien im Moment nicht existent, sagt Merkel. Schulz fällt der Kanzlerin ins Wort: "Dann können wir diese ja abbrechen." Merkel reagiert verärgert.
Merkel sagt, man prüfe eine weitere Verschärfung der Reisehinweise für die Türkei.
"Wenn mit deutschen Staatsbürger etwas passiert, geht uns das etwas an", sagt Merkel mit Blick auf die inhaftierten deutschen Staatsbürger in der Türkei.
TV-Duell in Berlin. (Foto: dpa)
 

Zum Thema der Flüchtlinge, die über die Mittelmeerroute kommen: Mehr als 2000 Menschen starben 2017 bis Juli auf ihrem Weg übers Meer.

Schulz hatte bereits die Türkei angesprochen, jetzt wird das Thema auch "offiziell" aufgerufen.
Beim Thema Familiennachzug plädiert Schulz für die Einzelfallprüfung.
Wer einen Arbeitsplatz nachweisen kann, darf hier bleiben, sagt Merkel. So habe man es in der Flüchtlingsfrage mit den Balkanstaaten gehandhabt. Nach Ansicht der Kanzlerin könnte eine Lösung so auch mit Blick auf afrikanische Staaten aussehen.
Der Weg über das Mittelmeer, hier Zahlen bis 30. Juli. Inzwischen sind die Zahlen deutlich zurück gegangen.
 

kev/mho



insgesamt 115 Beiträge
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Seite 1
cvdheyden 03.09.2017
1. Langweilig
Langweilig wie erwartet, Merkel ala Teflon, nix konkretes, da werde ich wohl meinen Stimmzettel ungültig machen müssen.
swandue 03.09.2017
2.
Warum auf vier Sendern? Einer würde doch reichen.
caty24 03.09.2017
3. Merkel ist in die Defensive geraten
Schulz ist hervorragend, spricht fliessend und überzeugend.
julesg 03.09.2017
4. Wen????
....interessiert eigentlich dieser gespielte Witz mit Drehbuch? ???
mc_os 03.09.2017
5.
Eine geführte Diskussion als "Duell" zu bezeichnen ist schon fragwürdig genug. Die Ausrichtung durch 4 (eigentlich 5) TV-Sender verbessert dies nicht, besonders im Blick auf die Sender und deren Geschichte. 90 Minuten läuft diese Veranstaltung, alle Themen müssen danach besprochen sein - und die Presse wird einen "Gewinner" ausrufen. Ein Armutszeugnis für diese Demokratie?
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