Daten-Auswertung zum TV-Duell 31 Prozent Abschiebung, 9 Prozent Diesel - 0 Prozent Bildung

Das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz stand im Zeichen der Flüchtlingskrise: Fast 40 Minuten ging es allein um die Themen Migration, Abschiebung und Islam. Für andere Probleme war keine Sekunde Zeit.

TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz
REUTERS

TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz

Von , und


Mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland - dieses Thema hat die SPD in den Mittelpunkt ihres Bundestagswahlkampfes gestellt. Mit dem Versprechen, dafür zu sorgen, dass es in Deutschland gerechter zugeht, will Martin Schulz ins Kanzleramt einziehen. Laut einer Civey-Umfrage ist soziale Gerechtigkeit auch für 37 Prozent der Wähler das wichtigste Thema. Doch beim TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz wurde das Problem bestenfalls angeschnitten.

Stattdessen dominierten die Themen Migration und Flüchtlinge, Abschiebungen, Innere Sicherheit und der Islam die 97-minütige Debatte. Soziale Themen wie Rente, Arbeitslosigkeit und Sozialleistungen wurden deutlich kürzer behandelt.

Sehen Sie hier die fünf Top-Themen des TV-Duells:

Anderes kam überhaupt gar nicht vor, etwa die Klimapolitik, Pflege und Gesundheitspolitik, Rüstung und der Umgang mit Rechtsextremismus. Die Themen Bildung und Digitales erwähnte nur die Kanzlerin in ihrem Schlusswort.

Sehen Sie hier alle Themen in der Reihenfolge, in der sie besprochen wurden:

Auch bei den vier Moderatoren des TV-Duells zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht. Maybrit Illner redete mit knapp fünfeinhalb Minuten fast doppelt so lange wie ihr Kollege Claus Strunz - obwohl dieser mit seinen provokanten Fragen für das größte Echo in den sozialen Netzwerken sorgte.



insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Velbert2 04.09.2017
1. Bildung
Bildung ist ein Thema, bei dem hauptsächlich die Bundesländer zuständig sind, vor allem was Kindergärten, Grundschulen und weiterführende Schulen betrifft. Deshalb gehört es nicht in einen Bundestagswahlkampf, obwohl Martin Schulz dies gerne gewollt hätte.
Chris P. Bacon 04.09.2017
2.
Was wollten die beiden mir denn erzählen? Forderungen bzw. Versprechungen, die sie BEIDE als Regierunsgparteien schon längst hätten umsetzen können? Immerhin regieren sie ja schon ununterbrochen 12 Jahre (CDU) und sogar 19 Jahre (mit 4 Jahren Unterbrechung) die SPD. Da wurden wieder die ollen Kamellen wie mehr Geld für Bildung, die marode Infrastruktur, mehr Polizei, bessere Renten, blablabla - immer das Gleiche . Und - wie schon gesagt: Hätte schon lange, lange umgesetzt werden können. Also - warum soll ich einem der beiden Parteien/Kontrahenten auch nur den geringsten Glauben schenken?? Sinnlos!! Vollkommen sinnlos!! Ich werde eine Partei wählen, die in vielen für mich sehr wesentlichen Dingen exakt die Gegenposition zur gezeigtenRegierungspolitik einnimmt: Gegen unkontrollierte Massenimmigration, für konsequente Grenzsicherung, gegen eine weitere Ausbreitung des Islams, für Volksentscheide, für Abschaffung des zwangsfinanzierten Fernsehens usw. usw. All das findet meine vollste Zustimmung. Deswegen wird diese Partei den Zuschlag von mir bekommen - Merkel und Schulz (bzw. die SPD) haben in den letzten Jahren völlig versagt. Kein Problem gelöst sondern immer neue geschaffen. Das reicht als Wahlentscheidung
abwäger 04.09.2017
3. Schlecht gemacht
Die Sendung ging leider auf viele wichtige Zukunftsthemen gar nicht ein. Für die Macher der Sendung würde ich eine 4 oder sogar 5 vergeben. Wenn man Merkel vorwirft, sie lullt uns ein, dann gilt das in besonderem Maße für die Sendung. Hier wurden ganz viele Chancen vergeben: Bildung, Energie, Klima, viele soziale Themen, Verkehr, Digitales .... kam gar nicht vor. Habe mich verschaukelt gefühlt!!!
jufo 04.09.2017
4. Viel Rückschau, wenig Konkretes
Für jüngere Zuschauer eine teure Veranstaltung, Rentenkürzungen traut man sich nicht, Investitionen in Bildung, Technologie, Infrastruktur Fehlanzeige. Super schlecht moderiert ohne Zeitgefühl laberte man über vergangene Heldentaten für einzelne Flüchtlinge. Mir half die Veranstaltung insofern weiter als dass ich von diesen Parteien nicht mehr viel erwarte. Ach ja: Bitte an die Welt, löst die Koreakrise friedlich aber fragt unsere Kandidaten nicht wie. Und wenn Schulz gewinnt dürfen Einwanderer die die Gleichstellung von Mann und Frau ablehnen die Koffer packen. Was ist mit den Deutschen, die diese Meinung teilen? Üble Veranstaltung.
kenterziege 04.09.2017
5. Bildung ist wichtig - aber zunächst eine Frage....
...der persönlichen Anstrengung. Ein wenig Ehrgeiz muss auch sein. Die SPD versucht immer Ergebnisgleicheit. Es reicht die Chancen gleich zu verteilen. Dazu gehört natürlich, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten identifiziert werden und denen eine besondere Förderung zuteil wird. Das bedeutet nicht nur Geld sondern auch den Mut, von den entsprechenden Eltern die erforderliche Unterstützung einzufordern. Bis hin zur Umlenkung des Kindergeldes. Im Übrigen sind ewig verdreckte Toiletten zunächst eine Frage der Erziehung!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.