Übergriff in Weimar Haftbefehle für mutmaßliche Schläger

Die drei Hauptverdächtigen eines ausländerfeindlichen Überfalls in Weimar bleiben hinter Gittern. Gegen die mutmaßlichen Täter wurde wegen des dringenden Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung und Wiederholungsgefahr Haftbefehl erlassen, wie die Staatsanwaltschaft Erfurt mitteilte.


Berlin / Weimar – Die zwischen 23 und 26 Jahre alten Männer aus dem Kreis Weimarer Land seien bereits mehrfach wegen rechtsradikaler Taten aufgefallen und zum Teil wegen Körperverletzung verurteilt worden, hieß es. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, am Donnerstag drei Männer aus Mosambik und Kuba überfallen und zum Teil schwer verletzt zu haben.

Nach Angaben der Opfer sollen insgesamt 15 Rechtsradikale die private Feier in einem Hinterhof in der Weimarer Innenstadt gestürmt und die drei Männer überfallen haben. Die zwei Mosambikaner und der Kubaner im Alter zwischen 45 und 46 Jahren wurden zum Teil schwer am Kopf verletzt. Alle drei leben nach Polizeiangaben bereits seit DDR-Zeiten in Weimar und gehen einer Arbeit nach.

Die vier Skinheads die nach einen Überfall im Stadtteil Prenzlauer Berg in Berlin festgenommen worden waren, sind hingegen wieder auf freiem Fuß. Bei dem Angriff war ein türkischstämmiger Mann verletzt worden. Der Haftbefehl gegen die vier Personen bleibe bestehen, sei aber außer Vollzug gesetzt worden, sagte ein Polizeisprecher am Abend in Berlin. Drei der vier an dem Übergriff Beteiligten waren bereits am Vortag festgenommen worden. Der vierte mutmaßliche Täter war heute in Polizeigewahrsam genommen worden.

Der aus der Türkei stammende 29-jährige Mann war mit zwei Freunden sowie seiner 27-jährigen Freundin aus Norwegen am Donnerstagnachmittag auf der Schönhauser Allee unterwegs. Die vier Skinheads sollen die Frau angegriffen haben, woraufhin sich ein Handgemenge entwickelte. Dabei fielen auch ausländerfeindliche Sprüche. Der Mann wurde leicht verletzt.

reh/AP/ddp



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