Überwachung in Dresden: Polizei spähte schon 2009 Handy-Daten aus
Mehr als eine Million Datenpakete: Die sächsische Polizei hat schon 2009 nach einem Brandanschlag im großem Stil Handy-Verbindungsdaten ausgewertet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen aber keine persönlichen Daten wie Name oder Geburtstag erfasst worden sein.
Dresden - Die sächsische Polizei hat in einem weiteren Fall massenhaft Verbindungsdaten von Mobiltelefonen gesammelt. Nach einem Brandanschlag auf eine Offiziersschule der Bundeswehr forderte die Dresdner Polizei Verbindungsdaten von den Handynutzern an, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurden insgesamt rund 1,1 Millionen Verkehrsdaten erhoben.
Bei dem Vorfall im April 2009 seien die Daten erfasst worden, weil die Täter ihr Vorgehen im Umfeld des Tatorts per Mobiltelefon koordiniert haben könnten, heißt es zur Begründung. Die Datensätze enthalten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden Ruf- und Gerätenummer sowie den Standort der Handybesitzer.
Die Dresdner Ermittler waren zuletzt in die Kritik geraten, weil sie während einer Protestkundgebung gegen eine Neonazi-Demo massenhaft Daten ausgewerte hatten - auch von Unbeteiligten. Am Wochenende war bekannt geworden, dass während der Proteste im Februar in rund 40.000 Fällen auch Geburtsdatum, Name und Adressen von Demonstranten erfass worden waren. Datenschützer und Landtagsopposition hatten das Vorgehen scharf kritisiert.
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