Überwachung in Dresden: Polizei spähte schon 2009 Handy-Daten aus

Mehr als eine Million Datenpakete: Die sächsische Polizei hat schon 2009 nach einem Brandanschlag im großem Stil Handy-Verbindungsdaten ausgewertet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen aber keine persönlichen Daten wie Name oder Geburtstag erfasst worden sein.

Dresden - Die sächsische Polizei hat in einem weiteren Fall massenhaft Verbindungsdaten von Mobiltelefonen gesammelt. Nach einem Brandanschlag auf eine Offiziersschule der Bundeswehr forderte die Dresdner Polizei Verbindungsdaten von den Handynutzern an, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten. Laut Staatsanwaltschaft Dresden wurden insgesamt rund 1,1 Millionen Verkehrsdaten erhoben.

Bei dem Vorfall im April 2009 seien die Daten erfasst worden, weil die Täter ihr Vorgehen im Umfeld des Tatorts per Mobiltelefon koordiniert haben könnten, heißt es zur Begründung. Die Datensätze enthalten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden Ruf- und Gerätenummer sowie den Standort der Handybesitzer.

Die Dresdner Ermittler waren zuletzt in die Kritik geraten, weil sie während einer Protestkundgebung gegen eine Neonazi-Demo massenhaft Daten ausgewerte hatten - auch von Unbeteiligten. Am Wochenende war bekannt geworden, dass während der Proteste im Februar in rund 40.000 Fällen auch Geburtsdatum, Name und Adressen von Demonstranten erfass worden waren. Datenschützer und Landtagsopposition hatten das Vorgehen scharf kritisiert.

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Übung macht den Meister
redhead72 28.07.2011
Zitat von sysopMehr als eine Million Datenpakete: Die sächsische Polizei hat schon 2009 nach einem Brandanschlag im großem Stil Handy-Verbindungsdaten ausgewertet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen aber keine persönlichen Daten wie Name oder Geburtstag erfasst worden sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777041,00.html
Irgendwie lässt mich der Verdacht nicht los, dass einige sächsische Stasi-Seilschaften wohl in der Tat den nahtlosen Übergang in den Polizeidienst geschafft haben und deshalb immer noch ihr Unwesen treiben können.
2. Na, da sind wohl...
sappelkopp 28.07.2011
...immer noch einige der alten Genossen im Dienst, oder?
3. ....
Pepito_Sbazzagutti 28.07.2011
Auf dem zur "Brave New World": Perfekt organisierter Überwachungsstaat - gepaart mit einem Höchstmaß an verblödender Unterhaltung. Und das nicht im Jahr 632, sondern im Jahr 64 nach Ford.
4.
sosonaja 28.07.2011
Jaja unsere lieben Gesetzeshüter, genau so kriminell wie unsere Politiker. Und die Justiz? Genau so korrupt!!!! Ein Unterschied zu Simbabwe ist nicht mehr zu erkennen!!!!
5.
Hellström 28.07.2011
Zitat von sysopMehr als eine Million Datenpakete: Die sächsische Polizei hat schon 2009 nach einem Brandanschlag im großem Stil Handy-Verbindungsdaten ausgewertet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen aber keine persönlichen Daten wie Name oder Geburtstag erfasst worden sein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,777041,00.html
Oma Grete, gerade in Dresden angekommen, ruft ihre Tochter an um mitzuteilen das sie gur angekommen ist, aber leider nicht in ihr Hotel kommt. Weil "da sind irgendwelche Chaoten am demonstrieren, ausgerechnet heute!" Und schon landet sie in der Kartei "Verdächtige Personen, Linksautonom"... Unfassbar, das Ganze, ein ganzes Volk gerät unter Generalverdacht. STASI 2.0 lässt grüßen.
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