Umbau zur Freiwilligenarmee Bundeswehr fürchtet Soldatenschwund

Die Wehrpflicht wird ausgesetzt, schon jetzt sendet die Bundeswehr einen verzweifelten Hilferuf. Der Inspekteur des Heeres warnt nach SPIEGEL-Informationen vor Personalnotstand. Der Mangel an Freiwilligen gefährdet demnach auch den Einsatz in Afghanistan.

Feldjacken: Gerade einmal 433 Freiwillige zum 1. April
dapd

Feldjacken: Gerade einmal 433 Freiwillige zum 1. April


Hamburg - Die Bundeswehr hat dramatische Nachwuchssorgen - und hochrangige Soldaten sprechen das Problem inzwischen offen an: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Werner Freers, befürchtet nach SPIEGEL-Informationen einen erheblichen Mangel an Soldaten, nachdem die Wehrpflicht ausgesetzt wurde.

Man bemühe sich derzeit intensiv, freiwillige Kräfte zu werben, doch die ersten Interessentenzahlen seien "nicht ermutigend", schreibt Freers in einem Brandbrief an Generalinspekteur Volker Wieker. "Im Übergang zur neuen Struktur werden wir große Lücken im Personalkörper hinnehmen müssen, die uns langjährig begleiten und nicht auszugleichen sein werden", warnt Freers.

Der General hält auch das Engagement in Afghanistan für gefährdet: "Die Bereitstellung der Einsatzkontingente wird bereits 2012 nicht mehr im heutigen Umfang möglich sein." Soldaten mit nur kurzer Dienstzeit ließen sich kaum anwerben, da die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in Aussicht gestellten Prämien noch immer nicht gesetzlich geregelt seien.

Freers fordert mehr Ansprechstellen zur Nachwuchsgewinnung nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Land. Im Heer, der größten Teilstreitkraft, haben sich zum 1. April nur 433 Freiwillige zum Dienst an der Waffe verpflichtet. Es müssten aber rund 2000 Soldaten pro Quartal sein, um den Personalbedarf zu decken.

Afghane erschießt drei deutsche Soldaten

Bereits in den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass die Bundeswehr ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen will. So soll die Truppe familienfreundlicher werden. Auch will das Verteidigungsministerium in Deutschland lebende Ausländer für den Dienst an der Waffe gewinnen. Außerdem ist angedacht, stärker um Geringqualifizierte zu werben.

Dass es immer schwerer fällt, Soldaten für die Bundeswehr zu gewinnen, könnte auch an der zunehmenden Gefährlichkeit der Einsätze liegen. So sind in Afghanistan erneut mehrere Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen. Beim schlimmsten Angriff seit fast einem Jahr hat ein afghanischer Soldat drei deutsche Soldaten erschossen. Zwei Bundeswehrangehörige schwebten am Freitagabend noch in Lebensgefahr.

Der Angreifer, der eigentlich zum Schutz des Bundeswehr-Außenpostens "OP North" eingesetzt war, wurde erschossen. Die Bundesregierung sprach von einem "hinterhältigen Terrorakt". An ihrer Zusammenarbeit mit der afghanischen Armee will sie aber festhalten.

böl/dpa



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insgesamt 189 Beiträge
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Seite 1
soia 19.02.2011
1. weg
Zitat von sysopDie Wehrpflicht wird ausgesetzt,*schon jetzt*sendet die Bundeswehr einen verzweifelten Hilferuf. Der Inspekteur des Heeres*warnt nach SPIEGEL-Informationen vor Personalnotstand. Der Mangel an Freiwilligen gefährdet*demnach*auch den Einsatz in Afghanistan. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746529,00.html
einfach komplett abschaffen dann gibt es keine probleme mehr
nichtWeich 19.02.2011
2. ...
Zitat von sysopDie Wehrpflicht wird ausgesetzt,*schon jetzt*sendet die Bundeswehr einen verzweifelten Hilferuf. Der Inspekteur des Heeres*warnt nach SPIEGEL-Informationen vor Personalnotstand. Der Mangel an Freiwilligen gefährdet*demnach*auch den Einsatz in Afghanistan. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746529,00.html
Lieber SPON. Ist das jetzt euer Lieblingsthema? Bundeswehr.... Wollt ihr nicht lieber mal recherchieren gehen und journalistische Arbeit leisten oder lieber immer nur die Informationen aus dem Ticker schreiben. Ich schlage ein paar Themen vor. Die Vergangenheit von Gysi und seinen Mitarbeitern. Oder die Vergangenheit von Ulla Jelpke? Oder die Leistungen von Steinmeier?
schwarzer Schmetterling, 19.02.2011
3. lol!
Zitat von sysopDie Wehrpflicht wird ausgesetzt,*schon jetzt*sendet die Bundeswehr einen verzweifelten Hilferuf. Der Inspekteur des Heeres*warnt nach SPIEGEL-Informationen vor Personalnotstand. Der Mangel an Freiwilligen gefährdet*demnach*auch den Einsatz in Afghanistan. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,746529,00.html
Das fällt aber früh auf! Gab es doch tatsächlich mal Zeiten, wo andere Berufsarmeen die BuWe beneidet haben, eben weil sie aus dem Fonds der Wehrpflichtigen schöpfen konnte. http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article288976/Argumente-fuer-die-Wehrpflicht.html Und wenn sich der AFG-Krieg durch den Mangel an Personal erledigt, wäre dann auch der Mehrheitsmeinung der Deutschen Genüge getan, nachdem unsere PO-litiker diese schon ignoriert haben. Ist halt eine Lösung durch die Hintertür.
kundennummer 19.02.2011
4. Verrecken für was?
Dieser "Einsatz" ist auch nicht einen weiteren morschen Knochen eines Grenadiers mehr wert. Sollen doch die Befürworter die eigenen Kinder hinschicken. Ach so haben se keine. Da sollen ruhig die Kinderer Anderer den Kopf hinhalten.
Ravenbird 19.02.2011
5. Jetzt muss ich mal laut lachen!
Wer eine Berufsarmee will, dem muss auch klar sein das eine solche Armee jenen die man als Soldaten haben will etwas bieten muss. Dazu gehört neben einer guten Versorgung der Soldaten und ihrer Familien auch eine moderne und schlanke Struktur der Armee, moderne Technik, gute Zustände innerhalb der Einrichtungen der Armee etc. Eben alles Dinge die die Bundeswehr so nicht bietet. Persönlich bin ich für eine Berufsarmee, wenn auch auf europäischer Ebene. Jedoch war mir eben auch von Anfang an bewusst das die Bundeswehr wenn man daraus eine Berufsarmee machen will nicht nur ein wenig sondern vollständig umgekrempelt werden muss. Muss da sie sonst nicht attraktiv genug ist.
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