"Bild am Sonntag"-Umfrage 48 Prozent gegen weitere Amtszeit Merkels

Der Rückhalt für Angela Merkel sinkt. Fast die Hälfte der Deutschen sind laut einer Emnid-Umfrage der "Bild am Sonntag" gegen eine weitere Amtszeit der Kanzlerin. Ihren Umgang mit der Flüchtlingskrise halten demnach 47 Prozent für falsch.

Kanzlerin Merkel im Bundestag: Spätestens 2017 wird wieder gewählt
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Kanzlerin Merkel im Bundestag: Spätestens 2017 wird wieder gewählt


Fast die Hälfte der Deutschen sind laut einer Emnid-Umfrage gegen eine vierte Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). 48 Prozent wollen Merkel nicht noch einmal als Kanzlerin sehen. Bei der von der "Bild am Sonntag" in Auftrag gegebenen Befragung sprachen sich nur 44 Prozent dafür aus, dass Merkel 2017 noch einmal antritt.

Rückhalt bekommt die Kanzlerin demnach mit 55 Prozent vor allem in Ostdeutschland und mit 46 Prozent bei den Frauen. Besonders deutlich ist - trotz des innerparteilichen Streits um die Flüchtlingspolitik - die Unterstützung bei den Unionsanhängern. Hier sind 87 Prozent laut der Umfrage für eine weitere Amtszeit Merkels, nur zwölf Prozent dagegen.

Den Umgang der Kanzlerin mit der Flüchtlingskrise halten 47 Prozent der Deutschen der Umfrage zufolge für falsch, 40 Prozent für richtig. Auch hier ist demnach die Unterstützung der Unionsanhänger mit 57 Prozent besonders groß.

Vor wenigen Wochen hatte auch der erste Bundestagsabgeordnete der CDU Merkels Kanzlerschaft offen infrage gestellt. Parteiintern gibt es seit Monaten heftigen Streit über den richtigen Umgang mit der Flüchtlingskrise. Einige CDU-Mitglieder und weite Teile der CSU fordern eine Verschärfung des Asylrechts und stellen sich gegen den zuletzt helfenden Kurs Merkels. Sie ist seit 2005 Kanzlerin, zunächst in einer Großen Koalition, ab 2009 in einer schwarz-gelben Koalition aus Union und FDP, seit 2013 wieder in einer Großen Koalition.

Daten zur Umfrage

Stichprobe: 579 Personen

Tag der Befragung: 26. November

Die Fragen lauteten:

  • Wünschen Sie sich eine weitere Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin nach der Bundestagswahl 2017?
  • Finden Sie den Umgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Flüchtlingskrise richtig oder falsch?

apr

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 296 Beiträge
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Seite 1
meimic29 29.11.2015
1.
Umfragen sind eine Sache, was man täglich in Gesprächen hört eine andere. Für meinen Geschmack kommt Frau Dr. Merkel viel zu gut weg. Sie hat jeglichen Sinn für das Machbare in der Flüchtlingssituation verloren und den nächsten Generationen eine Verantwortung aufgeladen, die in Ihrem Ausmaß nicht im geringsten abzusehen ist. Auf der einen Seite "Mutti Merkel" und nun deutsche Soldaten nach Syrien zu senden wird hoffentlich Ihr letzter Fehler sein.
hevopi 29.11.2015
2. Ich bin sehr traurig
über diese Entwicklung, Frau Merkel war für mich immer als Naturwissentschaftlerin und Christin Garant für eine ehrliche Haltung. Viele Politiker, die Rechtsverdreher und oft auch Lobbyisten denken doch nur an sich selbst und sind in der Lage, im Sozialbereich eine Haltung an den Tag zu legen, die fast nicht mehr überboten werden kann. Jetzt hat sich leider Frau Merkel, sei es durch Naivität oder Unwissenheit in der Flüchtlingskrise aufs Glatteis führen lassen, sie wollte Gutes tun und hat dabei völlig die Menschen in Europa außer Acht gelassen. Auch diese Sprüche "der Islam gehört zu Deutschland" und "dann ist das nicht mein Land" zeugen nicht gerade von intellektuellem Empfindungen für die Menschen in unserem Land. Ich kann nur hoffen, dass jetzt nicht die ganzen positiven Entwicklungen (Arbeitslosenquote, wirtschaftliche Entwicklung) zusammenbrechen und wir wieder eine Persönlichkeit als Bundenkanzler haben, die/der die Geschicke in unserem Land, losgelöst von "Stimmengeilheit" in eine gute Richtung leitet.
escrimark 29.11.2015
3. Bodenhaftung und Kohl
16 Jahre waren schon bei Kohl ein Katastrophe. Spätestens nach 12 Jahren Macht verlieren die meisten Menschen ihre Bod enhaftung. Ist ja auch klar man verkehrt bei diesen Jobs ja in einem ganz anderen Milieu und vergisst viele seiner ideale von früher und die Nöte der einfachen Leute. Eine Beschränkung wie anderen Ländern auf 2-3 Amtszeiten wäre hilfreich.
katharinabirch 29.11.2015
4.
Ich fühle mich eigentlich nie durch diese Hochrechnungen repräsentiert! Wer sind die Leute, die angeblich befragt werden? Wenn in meinem Umfeld stichprobenartig Menschen befragt würden, sähe das Ergebnis mit Sicherheit anders aus! Ich bin keine CDU Wählerin aber ich bin nur froh, welch verantwortungsvolle, ruhige, weitsichtige und menschliche Kazlerin wir momentan haben! Noch so ein Testosteron erhitzer Männerkopf wäre für alle eine riesen Gefahr! Ich muss Angwka Merkel ein großes Kompliment und meinen Respekt aussprechen! Sie behauptet sich wunderbar und bleibt vor allem sachlich- bzw MENSCHLICH. Sie scheint die einzige Führungsperson zu sein, die trotz dauerhafter Kritik und dummer Gewaltbereiten (Deutschen) die Menschen, die da gerade bei Frost in Zelten hausen, die alles zurück gelassen haben, das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzten, um bei uns Schutz zu suchen nicht zu vergessen. Alle anderen Staaten erhalten sich beschämend! Engstirnig, verängstigt und nur auf das eigene (wirtschaftliche) Wohl bedacht. Wann wachen die anderen Länder auf?? Das hier ist doch nicht irgend eine kleine Krise, die wieder irgendwann zu Ende ist...wir müssen alle lernen, umzudenken und verantwortungsbewusster mit einander und der Welt umzugehen! So kann es nicht weitergehen. Und es ist unsere Pflicht, anderen Menschen zu helfen!! Erst recht, wenn westliche Länder ihr Land beschießen.. Ich fühle mich durch die Umfrage NICHT erfasst und halte solche Artikel bzw Umfrage Ergebnisse für gefährliche Stimmungsmacherei.
thunderstorm305 29.11.2015
5. Verwirrend!
Wenn ich mir die verschiedenen Wählerumfragen so ansehe dann verstehe ich das Ergebnis von Emnid nicht. Bei den letzten Ergebnissen der "Forschungsgruppe Wahlen" des ZDF z.B. kamen ganz andere Ergebnisse zustande. Was stimmt nun? Oder kommt es etwa auf die Art der Frage an?
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