Hamburg - Die Bereitschaft der Deutschen, dem kriselnden Griechenland mit eigenem Geld zu helfen, ist gering. Nur 18 Prozent sprechen sich dafür aus, persönlich einen finanziellen Beitrag zur Rettung zu leisten. 80 Prozent sind dagegen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts für den "Stern".
Vergleichsweise hoch ist die Bereitschaft noch unter den Anhängern der Linken und Grünen, von denen 29 Prozent beziehungsweise 28 Prozent zahlen würden. Von den SPD-Wählern würden 19 Prozent für die Griechen Geld geben. Unter den CDU-Anhängern wären es nur 17 Prozent. Bei der FDP ist die Bereitschaft am geringsten - sie liegt bei lediglich 13 Prozent.
Auch eine staatliche Unterstützung sehen viele Deutsche skeptisch: Weitere Hilfspakete für Athen unterstützen nur 20 Prozent der Befragten. 37 Prozent sind sogar dafür, dass Griechenland aus der Euro-Zone ausgeschlossen wird. Genauso viele fordern eine Entschuldung des Landes.
FDP fällt wieder auf drei Prozent
Den Liberalen hat ihr Euro-kritischer Kurs in den Umfragen jedoch nicht geholfen. Nach den Äußerungen von Parteichef Philipp Rösler über eine mögliche Pleite Griechenlands verliert die FDP beim Forsa-Wahltrend des "Stern" und des Senders RTL in der Wählergunst erneut. Sie kommt nur noch auf drei Prozent - im Vergleich zur Vorwoche ist das ein Punkt weniger. Die Grünen gewinnen einen Prozentpunkt dazu und kommen auf 20 Prozent. Die SPD gibt einen Punkt ab - und liegt bei 28 Prozent.
Keine Veränderung zeigen die Union mit 31 Prozent und die Linke, die neun Prozent erreicht. Das Regierungslager aus Union und FDP liegt zusammen mit 34 Prozent abgeschlagen hinter einem rot-grünen Bündnis. Dieses kommt auf eine satte Mehrheit von 48 Prozent.
"Wechsel an FPD-Spitze hat nichts gebracht"
Nach Forsa-Chef Manfred Güllner ist die FDP nur noch schwer zu retten. "Der Wechsel an der Parteispitze hat nichts gebracht, wie jetzt auch die Berlin-Wahl zeigt. Nur einer von 100 Wahlberechtigten hat FDP gewählt", sagte er dem "Stern". Der europaskeptische Kurs von Rösler sei aber nicht allein Schuld am schlechten Abschneiden der Freidemokraten. "2009 hat der Mittelstand FDP gewählt, weil er sich Bürokratieabbau versprach", sagte Güllner. "Aber die Partei hat da nichts getan."
Zwei Jahre nach der Bundestagswahl ist die Mehrheit der Bundesbürger von Schwarz-Gelb enttäuscht: 83 Prozent der Befragten sind mit der Zusammenarbeit der Koalitionspartner unzufrieden. Vor diesem Hintergrund glaubt lediglich gut die Hälfte (54 Prozent), dass die Regierungskoalition von Union und FDP bis zur Bundestagswahl im Herbst 2013 hält. Sogar bei den eigenen Anhängern ist die Skepsis groß: 33 Prozent der Unionswähler fürchten ein vorzeitiges Aus. Bei den Liberalen sind es sogar 37 Prozent.
heb
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