Umfrage Bürger fühlen sich von Politikern unverstanden

Die Deutschen geben ihren Politikern miserable Noten. Nach einer vom SPIEGEL in Auftrag gegebenen Umfrage glauben die Bürger nicht, dass ihre Probleme verstanden werden.

Passanten in einer Einkaufsstraße: Bundesregierung will "Bürgerdialog"
DPA

Passanten in einer Einkaufsstraße: Bundesregierung will "Bürgerdialog"


Abgehoben, weit weg vom Alltag der normalen Wähler. Das ist das Bild, das viele Menschen in Deutschland von Politikern haben. "Die da oben, wir da unten" halt - kein ganz neuer Gedanke. Überraschend ist aber doch, wie viele Deutsche inzwischen davon überzeugt sind, dass Politiker wenig vom täglichen Leben der Bürger wissen. Das förderte jetzt eine repräsentative Umfrage von TNS Forschung im Auftrag des SPIEGEL zutage.

  • 80 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass ihre gewählten Politiker in der Regel nicht genug tun, um sich über ihre Sorgen und Interessen zu informieren.
  • Dabei war nur jeder fünfte Befragte der Ansicht, dass die Bundestagsabgeordneten sehr gut oder gut über ihre Sorgen im Bilde sind. 51 Prozent der Bürger halten die Politiker für "weniger gut", weitere 27 Prozent für "gar nicht gut" informiert darüber, wo die Bürger der Schuh drückt.

Die Bundesregierung hat einen "Bürgerdialog" initiiert, bei dem die Teilnehmer ihre Vorstellungen von einem guten Leben ausdrücken sollen. Organisiert und größtenteils finanziert wird die Veranstaltungsreihe von privaten Institutionen, denen die Bundesregierung detaillierte Vorgaben für den Ablauf gibt. Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt (SPD) warnt jetzt im SPIEGEL: "Die Organisationen wollen sich nicht in eine PR-Aktion einspannen lassen." Schmidt ist Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, die sich für Behindertenrechte einsetzt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 513 Beiträge
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warkeinnickmehrfrei 26.04.2015
1. Unverstanden?
Dann hat der Bürger da was mißverstanden. Die Politik in Deutschland interessiert ausserhalb von Wahlen sich gar nicht mehr für den Bürger, sondern abgehobene Parteifunktionäre machen "ihr Ding" am Volk vorbei, genau wie in der Endphase der DDR. Und das wird so lange so bleiben, wie die Deutschen Rentner und Pensionäre fest zu den Blockparteien stehen und diese komme was wolle mit soviel Stimmen unterfüttern, dass diese munter weiter behaupten können, sie würden das "Volk" vertreten.
nickleby 26.04.2015
2. Ein Menetekel
Winston Churchille sagte nach dem Krieg : Der Unterschied zwischen Politikern und Staatsmännern besteht darin, dass der Politiker von Wahl zu Wahl denkt, während der Staatsmann von Generation zu Generation denkt und arbeitet Demnach haben / hatten wir nur wenige Staatsmänner ; Adenauer, Brandt und Kohl. Die allgemeine Unzureidenheit mit Politikern besteht darin, dass in der Politik das Mittelmaß und der Proporz herrschen, -- vergleichbar mit der Spätphase der römischen Republik (Catilina, Verres). Der Politiker sieht sich zzunächst seiner Partei verpflichtet, dann erst den Belangen des Volkes. Das ist nicht neu, nur heute offenkundiger. Dieses Bild des Politikers führt zur Verdrossenheit und verstärkt beim Bürger das Gefühl der Ohnmacht
Shantam 26.04.2015
3. Unsere Politiker haben keine Ahnung
was es heißt hier zu Leben! Da gab es doch mal ein Gesetzentwurf, das jeder im Bundestag sitzende, eine Berufsausbildung haben sollte! Dieser Entwurf ist unglaublich schnell Verschwunden! Warum nur? Was ist eigentlich aus der : Kokain in der Bundestags Toilette geworden? Dies und noch viel mehr! Aufklärung? Arrogante Lobbyisten Politik, politische gewollte Arbeitslosigkeit! Wir sind nicht im Wettbewerb die 1% Führung wohl schon!
marthaimschnee 26.04.2015
4.
Unverstanden? Ignoriert würde es wohl besser treffen! Die Politik erweckt den Anschein, daß sie gezielt bestimmte Interessen zum Teil kleinster Gruppen fördert und alle anderen Interessen sich einfach dahinter anstellen müssen. Der Aufgabe, einen möglichst breiten Konsenz zu finden, kommen sie nicht nur nicht nach, sie verweigern sich ihr regelrecht. Und damit schaden sie direkt der Demokratie, denn dem auf die Weise ignorierten Bürger gelingt es nicht mehr, einen Nutzen in seinem Wahlrecht zu erkennen.
smelly19 26.04.2015
5. Demokratie?
Naja, wenn sich so viele Wähler über "schlechte" Politiker beschweren fragt man sich schon, warum dann solche Politiker von Ihnen gewählt werden...
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