Berlin - Dieser Rückstand ist wohl kaum aufzuholen: 37 Prozentpunkte liegt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hinter Regierungschefin Angela Merkel (CDU), wenn es um die Frage geht, wer nach der Bundestagswahl am 22. September die Regierungsgeschäfte führen soll. Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich laut dem Wahltrend von "Stern" und RTL nur 21 Prozent für Steinbrück entscheiden, 58 Prozent dagegen für Merkel.
Steinbrück hat der Erhebung zufolge nicht einmal die SPD-Wähler geschlossen hinter sich: Rund ein Viertel (24 Prozent) von ihnen zieht die CDU-Chefin dem eigenen Kandidaten vor. 58 Prozent der SPD-Anhänger wollen Steinbrück wählen.
Wenig Bewegung gab es bei den Werten für die Parteien: Die Union befindet sich wieder leicht im Aufwind. Im Vergleich zur Vorwoche gewinnt sie einen Punkt hinzu und klettert auf 41 Prozent. Damit gleicht sie die Delle nach der verlorenen Niedersachsen-Wahl langsam wieder aus. Die FDP verharrt bei vier Prozent, womit die Liberalen nicht mehr im Bundestag vertreten wären. Zudem: Mit zusammen 45 Prozent würden beide Parteien auch nicht über eine Regierungsmehrheit verfügen.
Der SPD wollen unverändert 25 Prozent der Wähler ihre Stimme geben, den Grünen erneut 15 Prozent. Mit zusammen 40 Prozent liegt Rot-Grün derzeit fünf Punkte hinter Schwarz-Gelb.
Die Linke fällt um einen Punkt auf sieben Prozent. Die Piraten kommen zum zweiten Mal in Folge nur auf drei Prozent. Auf sonstige Parteien entfallen fünf Prozent.
Dass die Piraten im Wahltrend bei drei Prozent stagnieren, kommentiert Forsa-Chef Manfred Güllner gegenüber dem "Stern" mit den Worten: "Sie haben ihre Chance nicht genutzt, sich im Parteienspektrum festzusetzen." Der Unmut über die anderen Parteien habe sie in vier Landtage gebracht. Güllner: "Doch dann sah man, dass sie auch nicht klüger sind und kaum attraktives Personal haben. Das enttäuschte ihre Wähler." Die Aussichten der Piratenpartei, in den nächsten Bundestag einzuziehen, seien "extrem gering". Die Partei müsste dafür "attraktives Führungspersonal hervorzaubern. Das ist nicht in Sicht".
Für die Umfrage wurden 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger in der Zeit vom 28. Januar bis 1. Februar befragt.
hen
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